Finanzierungen und Anlagen
Seit dem Beschluss zur Einführung der Richtlinie «Internationale Arbeitsgrundrechte» im Jahr 2019 und deren Umsetzung im Jahr 2020 bekennt sich der Konzern BKB zur Einhaltung der vier Grundprinzipien der International Labour Organisation (ILO) und ergreift laufend Massnahmen, um direkte oder indirekte Verstösse zu vermeiden. So empfiehlt der Konzern BKB keine Wertschriften von Unternehmen zum Kauf, die gemäss dem Datenprovider MSCI ESG in gravierende Kontroversen bezüglich der Einhaltung der ILO-Grundprinzipien sowie weiterer grundlegender Arbeitsrechte verwickelt sind. Der Erwerb von Wertschriften dieser Unternehmen wird im Rahmen von Mandatslösungen sowie bei eigenen aktiv verwalteten Kollektivanlagen ausgeschlossen und im Beratungsgeschäft nur auf ausdrücklichen Kundenwunsch hin getätigt. Zudem werden an solche Unternehmen keine Kredite vergeben.
Im Firmenkundengeschäft schätzt der Konzern BKB seine direkte Risikoexposition grundsätzlich als moderat ein, da er vorwiegend im Inland tätig ist und 92,5 % der Firmenkunden in der Schweiz domiziliert sind.
Auch bei den eigenen Finanzanlagen gelten die Richtlinien zu kontroversen Umwelt- und Sozialthemen und somit die Richtlinie «Internationale Arbeitsgrundrechte». Entsprechend erfolgen keine Investitionen in Unternehmen, die diesen nicht entsprechen.
Detaillierte Informationen zur Richtlinie des Stammhauses BKB und der Bank Cler bieten die Webseiten.
Edelmetall-Geschäft
Der Konzern BKB importierte bzw. bearbeitete im Jahr 2025 keine unverarbeiteten Mineralien und Metalle. Daher ist der Konzern von den Sorgfalts- und Berichterstattungspflichten bezüglich Mineralien und Metallen aus Konfliktgebieten gemäss den Artikeln 964j–964l Obligationenrecht befreit.
Der Konzern BKB bezog im Jahr 2025 alle Edelmetall-Barren-Produkte bei der Raffiniere Valcambi SA mit Sitz in Balerna, Schweiz. Valcambi ist Teil der «London Good Delivery List of Acceptable Refiners» und verfügt über die entsprechenden Zertifikate für Gold und Silber (10.7.2024) sowie Platin und Palladium (18.4.2024). Valcambi SA lässt die Einhaltung der Anforderungen bezüglich der Beschaffung von Gold und Silber gemäss der «LBMA* Responsible Gold and Silver Guidance» seit dem Jahr 2012 durch unabhängige Dritte überprüfen. Dies erfolgt im Rahmen eines «Reasonable Assurance Report»; der aktuelle Bericht umfasst die Periode 1.1.2024 bis 31.12.2024.
* Die LBMA (London Bullion Market Association) ist eine internationale Organisation für den Edelmetallhandel, die Markt-Standards setzt, insbesondere durch die Akkreditierung von Raffinerien auf ihrer "Good Delivery"-Liste. Entsprechende Raffinerien müssen Anforderungen an Reinheit, Qualität und verantwortungsvolle Herkunft von Gold- und Silberbarren erfüllen.
Um eine verantwortungsvolle Unternehmensführung sicherzustellen und Verstösse gegen Menschenrechte zu vermeiden, unterhält Valcambi SA eine entsprechende Governance. Diese umfasst mehrere öffentlich einsehbare Richtlinien. Weitere Informationen zu Valcambi SA und seinem Engagement können dem Nachhaltigkeitsbericht entnommen werden.
Für die Edelmetalle Platin und Palladium lässt Valcambi SA die Anforderungen gemäss LPPM** seit dem Jahr 2019 durch unabhängige Dritte überprüfen. Dazu wird ein «Reasonable Assurance and Compliance Report» erstellt.
** Der London Platinum and Palladium Market (LPPM) ist eine Handelsvereinigung, die den globalen Markt für Platin und Palladium reguliert, indem sie Qualitätsstandards setzt und den ausserbörslichen Handel mit diesen Edelmetallen in London überwacht.
Alle Edelmetall-Barren-Produkte des Stammhauses BKB stammen somit von einer LBMA- und LPPM akkreditierten Raffinerie. Diese Hersteller müssen sich strengen Prüfungsverfahren unterziehen, deren Einhaltung regelmässig überprüft wird. Zu den Standards gehört unter anderem die Einhaltung aller gängigen Gesetze sowie eines «Code of Conduct», der Kinderarbeit verbietet und Menschenrechten schützt. Edelmetalle aus Konfliktregionen oder zweifelhafter Herkunft dürfen nicht verwendet werden. Seit 2024 gilt zudem eine interne Richtlinie, wonach nur Edelmetall-Barren von LBMA- oder LPPM-akkreditierten Herstellern eingekauft werden dürfen.
Seit 2019 bietet das Stammhaus BKB Fairtrade Max Havelaar zertifizierte Goldbarren in den Stückelungen 1, 5, 10 und 20 Gramm (letzteren seit 2022) an. Im Jahr 2022 hat das Stammhaus BKB zudem den weltweit ersten Goldfonds mit physisch hinterlegten 1 Kilogramm Fairtrade-Goldbarren lanciert. Dieses Fairtrade-Gold stammt aus kleingewerblichen Minen in Peru, die für Max Havelaar von Flocert unabhängig kontrolliert werden. Zusätzlich werden die kleingewerblichen Minen durch die Raffinerie Valcambi SA periodisch auf die Einhaltung der entsprechenden Richtlinien überprüft. Das Stammhaus BKB steht seinerseits regelmässig in Kontakt mit Valcambi und tauscht sich zu aktuellen Entwicklungen bei Themen wie der Due Diligence und Nachverfolgbarkeit von Goldlieferungen oder der Vermeidung von Kinderarbeit aus.
Seit 2025 werden Goldbarren mit einem Gewicht von einer Unze bis zu 1000 Gramm im Stammhaus BKB ausschliesslich in der Qualität Valcambi GreenGold (VGG) angeboten. Dieses Gold ist zu 100 % rückverfolgbar und stammt aus australischen Minen. VGG basiert auf Vorgaben zur Reduktion der Umweltbelastungen im Bergbau und zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen in den Abbaugebieten. Minen, die GreenGold liefern, müssen umfassende Umwelt- und Sozialverträglichkeitsprüfungen vorlegen, anerkannte Umweltmanagementsysteme einsetzen und fundamentale Menschenrechte sowie lokale Kulturen respektieren. Zusätzlich wird die Umsetzung und Zertifizierung internationaler Standards verlangt, etwa nach ISO 14001. Die Kriterien stützen sich auf weltweit anerkannte Leitlinien wie National Environmental Policy Act (NEPA), International Association for Impact Assessment (IAIA) sowie Übereinkommen der International Labor Organization (ILO) und der Vereinten Nationen. Die Einhaltung dieser Vorgaben wird durch unabhängige Audits und Compliance-Systeme der Valcambi SA kontinuierlich überprüft.