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Beitrag zur lokalen wirtschaftlichen Entwicklung

Relevanz und Wirkungen

(GRI 3-3 a. und b.)

Der Beitrag des Konzerns BKB zur lokalen wirtschaftlichen Entwicklung hat gemäss Einschätzung im Rahmen der doppelten Wesentlichkeitsanalyse einen moderaten, kurz- bis mittelfristig wirkenden gesellschaftlichen Nutzen für den Wirtschaftsraum Basel. Insbesondere wurde dieser Nutzen der Kreditvergabe an kleine und mittlere Unternehmen (KMU) zugeordnet. Als relevant wurden aber auch die (primär gesellschaftlichen) Auswirkungen des Sponsorings und der Vergabungen bewertet. Das Stammhaus BKB hat unter anderem den Auftrag des Eigners, die lokale Wirtschaft zu unterstützen bzw. attraktive Bankdienstleistungen für die Bevölkerung von Basel-Stadt anzubieten. Die Gefahr, dass das Stammhaus BKB diesen Auftrag nicht ausreichend erfüllt sowie die damit verbundenen finanziellen Risiken wurden als tief eingeschätzt.

Ziele

(GRI 3-3 e.)

Ganz im Sinne des Auftrags im Kantonalbankgesetz bzw. den Anforderungen der Eignerstrategie für die Jahre 2025 bis 2029 engagiert sich das Stammhaus BKB traditionell für die lokale Wirtschaft und KMU.

In der kommenden Strategieperiode 26+ will das Stammhaus BKB im Wirtschaftsraum Basel als erster Finanzpartner für KMU anerkannt sein und sich durch Qualität und Verlässlichkeit gepaart mit einer exzellenten Beratungsqualität auszeichnen. Den Marktanteil im KMU-Geschäft, gemessen am Anteil Kundenbeziehungen, will die Bank weiter ausbauen.

Herangehensweise

(GRI 3-3 c. bis f.)

Dezidierte Kreditvergabepolitik für regionale Unternehmen

Als regionale Universalbank verfolgt das Stammhaus BKB eine dedizierte Kreditvergabepolitik an regionale Unternehmen, insbesondere an soziale Unternehmen und Institutionen sowie an KMU mit einem Umsatz von bis zu 75 Mio. CHF. Damit trägt die Bank direkt zur wirtschaftlichen Stabilität und Wertschöpfung in der Region Basel bei.

Soziale Projekte (insbesondere Wohnbaugenossenschaften, soziale Infrastruktur und Gesundheitsversorgung sowie Inklusionsprojekte) werden vom Stammhaus BKB seit 2022 als «Social Loan» finanziert und unter anderem über den 2022 emittierten Social Bond refinanziert (siehe Green, Social und Sustainability Finanzierungen).

Für die Finanzierung lokaler KMU und Startups hat das Stammhaus seit 2006 im Rahmen des Förderprogramms KMUimpuls ein Kreditvolumen von 50 Mio. CHF reserviert. Neben Startups werden in diesem Förderprogramm Kredite für Wachstums- und Übernahmefinanzierungen vergeben. Die Rahmenbedingungen für die Kreditvergabe im Förderprogramm sind weiter gehalten als bei einer ordentliche Kreditvergabe und richten sich spezifisch nach der Unternehmenslebensphase. Noch mehr Spielraum erhalten die Unternehmen, wenn sie zusätzlich die staatlich geförderten Bürgschaftsgenossenschaft für KMU (BG Mitte) oder Bürgschaftsgenossenschaft der Frauen (BG SAFFA) beiziehen. Diese bringen durch die ergänzende Deckung zusätzliche, langfristige Stabilität in die Unternehmensfinanzierung.

Wissensvermittlung und Beratung von Startups und KMU

Das Stammhaus BKB hat die Zusammenarbeit mit der Startup Academy um weitere drei Jahre, für den Zeitraum 2025–2027, verlängert. Die Startup Academy bietet neu gegründeten Unternehmen Unterstützung in Form von Veranstaltungen, Wissensvermittlung und stellt Hilfsmittel zur Verfügung. Ausserdem hat die Bank in Zusammenarbeit mit dem Haus der Wirtschaft (HDW) in Pratteln das HDW Kompetenzzentrum KMU aufgebaut. Die Beratenden des Stammhauses BKB unterstützen hier als Ansprechpartner, Mentoren und Wissensvermittler die ansässigen Jungunternehmerinnen und Jungunternehmer, die etablierten KMU und sind in den lokalen Netzwerken aktiv.

Zum besseren Verständnis der demografischen Ausgangslage bei KMU sowie zur Ausgestaltung einer optimaleren Unterstützung von Unternehmensnachfolgen hat das Stammhaus BKB eine Studie in Auftrag gegeben. Der demografische Wandel und das höhere Durchschnittsalter der Bevölkerung im Kanton Basel-Stadt (ein Jahr höher als im Durchschnitt der Schweiz) sowie im Kanton Basel-Landschaft (zwei Jahre höher) zeigen sich ebenfalls in der hohen Anzahl der offenen Unternehmensnachfolgen. Im Berichtsjahr wurden die Erkenntnisse publiziert: Über 99 % der Unternehmen im Wirtschaftsraum Basel sind KMU. Rund jedes sechste KMU hat sich noch keine Gedanken zur Nachfolge gemacht. Wird die Nachfolge zu spät angegangen (Faustregel mindestens fünf Jahre vor Übergabe), kann dies dazu führen, dass das Unternehmen nicht nachfolgefähig ist und allenfalls liquidiert werden muss. Dies kann zum Verlust von Arbeitsplätzen, Wertschöpfung und Steuersubstrat in der Region führen. Hier will das Stammhaus BKB mit ihrer Beratung und Expertise ansetzen und die KMU beim Generationenwechsel und damit bei ihrem Fortbestehen unterstützen.

Zusammenarbeit mit lokalen Verbänden

Das Stammhaus BKB arbeitet eng mit den lokalen Wirtschaftsverbänden zusammen und wirkt in verschiedenen Wirtschaftsverbänden in Gremien aktiv mit. Mit dem Gewerbeverband Basel-Stadt, der Wirtschaftskammer Baselland sowie der Handelskammer beider Basel bestehen partnerschaftliche Beziehungen und die Bank hat gemeinsam mit den Partnern Angebote lanciert sowie führt regelmässig Veranstaltungen für die Unternehmen im Wirtschaftsraum Basel durch. In mehreren lokalen KMU-Organisationen sind Mitarbeitende der Bank aktiv resp. im Vorstand tätig. Dieses Engagement zeigt die Verbundenheit mit dem lokalen Unternehmertum.

Vernetzung mit KMU

Als Netzwerkpartner der lokalen Akteure veranstaltet das Stammhaus BKB eigene Veranstaltungen zum Wissenstransfer und Networking für Unternehmerinnen und Unternehmer. Dazu zählen beispielsweise die Formate «Zu Gast bei ...» (Besuch bei einem KMU) oder der SUI-Talk (Plattform für soziale Unternehmen und Institutionen). Ausserdem veröffentlicht die Bank regelmässig Ergebnisse von Studien oder Umfragen, wie beispielsweise den Basler Immobilienkompass. Der Basler Immobilienkompass ist ein jährlicher Bericht über den lokalen Immobilienmarkt und die Netzwerkplattform für die Immobilienbranche in der Region.

Förderung der klimafreundlichen Transformation

Seit Oktober 2022 ist das Stammhaus BKB Mitglied der Klimastiftung Schweiz. Die Bank gibt damit ihre Rückvergütung aus der CO2-Lenkungsabgabe des Bundes zu 100 % an die Stiftung weiter. Diese bündelt die Spenden aller Partnerfirmen und unterstützt damit innovative KMU, die neue Technologien zur Reduktion von Treibhausgasen entwickeln. Insgesamt summieren sich die Beiträge aller Stiftungsmitglieder auf mehrere Millionen Schweizer Franken pro Jahr und fliessen KMU in der ganzen Schweiz sowie dem Fürstentum Lichtenstein zu. Das Stammhaus BKB nimmt Einsitz in den Beirat und Stiftungsrat der Klimastiftung und profitiert so vom ESG-Know-how der Stiftung. Dies hilft dem Stammhaus BKB, seine KMU-Strategie umzusetzen und KMU-Kunden noch besser auf ihrem Weg in eine nachhaltige Zukunft zu begleiten.

Das Stammhaus BKB ist Gründungsmitglied der Klimaplattform der Wirtschaft Region Basel. Die Bank Cler ist seit 2011 Mitglied der Klimaplattform Bern. Diese Netzwerke bieten beteiligten KMU, Verbänden und der öffentlichen Hand die Möglichkeit zum gegenseitigen Erfahrungsaustausch über klimafreundliche Geschäftsmodelle sowie Produktlösungen.

Aktuelle Entwicklungen und Zahlen

Definition geeigneter Kennzahlen und Messansätze

Neben ihrem Beitrag zur regionalen Unternehmensfinanzierung, insbesondere im Bereich KMU und Startups, versteht die Bank die Wahrnehmung ihrer Rolle in der regionalen Wirtschaft als zentralen Erfolgsfaktor. Die Entwicklung bzw. Definition geeigneter Messansätze und Kennzahlen für den Beitrag des Stammhauses BKB zur lokalen wirtschaftlichen Entwicklung wurde im Berichtsjahr gestartet.

Förderung der klimafreundlichen Transformation

Die Klimastiftung Schweiz hat seit ihrer Gründung 2008 Förderungen in der Höhe von über 42 Mio. CHF gesprochen. Davon flossen über 22 Mio. CHF in über 220 Innovationsprojekte. Aus methodischen und technischen Gründen hat der Bund 2025 keine CO2-Rückerstattung ausbezahlt. Diese Zahlung wird 2026 nachgeholt und zusammen mit der Zahlung von 2026 entrichtet. Daher hat das Stammhaus BKB 2025 keinen Beitrag an die Stiftung geleistet, sondern wird 2026 die beiden Rückvergütungen für die Jahre 2025 und 2026 in einer Tranche an die Stiftung weiterleiten.

Durch ihre Mitgliedschaft bei der Klimaplattform der Wirtschaft Region Basel resp. der Klimaplattform Bern unterstützen die beiden Konzernbanken den regen Austausch rund ums Klima zwischen interessierten Unternehmen.

Gemeinsam mit der BLT Baselland Transport AG und Primeo Energie AG ist das Stammhaus BKB paritätisch am Sharing-Anbieter Pick-e-Bike beteiligt. Ein Unternehmen, das mit der Vermietung von E-Bikes und E-Scootern flexible und umweltfreundliche Mobilität ermöglicht. In der Pick-e-Bike-Zone der Region Basel stehen der Öffentlichkeit heute 500 eigens entwickelte E- Bikes sowie 150 E-Scooter zur Ausleihe zur Verfügung.

Im Jahr 2025 wurden von über 45 000 registrierten Kundinnen und Kunden von Pick-e-Bike über 300 000 Anmietungen getätigt. Der neu entwickelte und eingeführte Kundenprozess verbesserte das Kundenerlebnis und vereinfachte die Nutzung der App. Auch das Produktangebot wurde gezielt erweitert. Das neu geschaffene B2B-Flat-Angebot bietet Unternehmen einen attraktiven und planbaren Zugang zu nachhaltiger E-Mobilität. Mit Pick-e-Ride wurde das Nutzungsangebot im Waldenburgertal zudem um On-Demand-Busfahrten ergänzt, die ebenfalls über die App gebucht werden können. Neben Basel wird das Pick-e-Bike-Sharing-Modell in Zusammenarbeit mit lokalen Partnern auch in den Städten Aubonne und Fribourg erfolgreich betrieben.

Ausblick

Als Ablösung des regionalen Swiss Triple Impact Programms wird das Stammhaus BKB im Jahr 2026 ein spezifisches Förderprogramm für KMU lancieren. Ziel ist die Begleitung von jährlich zehn regionalen Unternehmen zur Erreichung eines spezifischen Nachhaltigkeitsthemas. Das Programm, das unter der Leitung der Fachhochschule Nordwestschweiz steht, unterstützt die BKB finanziell und personell zusammen mit der PAX, Hoffmann & Partner sowie dem Verein Basel2037.

Aufbauend auf der oben erwähnten Studie zur Nachfolgeplanung plant das Stammhaus künftig ihre Angebotspalette zu erweitern, um Unternehmerinnen und Unternehmer optimal zu begleiten. Sie wird dazu mögliche Angebote mit den beiden Gewerbeverbänden eruieren.