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Für unsere Kundinnen und KundenNachhaltige Produkte und Dienstleistungen

Relevanz und Wirkungen

(GRI 3-3 a. und b.)

Die beiden Konzernbanken, das Stammhaus BKB und die Bank Cler, bieten ihren Kundinnen und Kunden bereits heute eine breite Palette an nachhaltigen Produkten und Dienstleistungen. Dieses Angebot hat gemäss Einschätzung im Rahmen der doppelten Wesentlichkeitsanalyse einen moderaten gesellschaftlichen und ökologischen Nutzen für die gesamte Schweiz (bzw. sogar darüber hinaus). Die Transition und Dekarbonisierung der Wirtschaft in den kommenden Jahren betrifft die Mehrheit der Kundensegmente (Firmenkunden, Hypothekenkunden sowie Anlagekunden) der Konzernbanken. Richtet der Konzern BKB sein Angebot strikt nach den Kundenbedürfnissen aus, so können sich erhebliche finanzielle Chancen ergeben. Beispielsweise ermöglichen innovative, neuartige nachhaltige Produkte und Dienstleistungen höhere Margen und stärken die Kundenbindung. Die finanziellen Risiken eines solchen Angebots wurden für den Konzern BKB als tief eingeschätzt.

Ziele

(GRI 3-3 e.)

2025 standen insbesondere folgende Ziele im Fokus:

  • Einführung von Active Ownership für ausgewählte Anlageprodukte (Stammhaus BKB).
  • Umstellung des Goldangebotes für Retailkundinnen und -kunden (1 Gramm bis 1 Kilogramm) auf Fairtrade Gold und rückverfolgbares Gold (Stammhaus BKB).
  • Durchführung einer Benchmarking Studie als Grundlage für die Weiterentwicklung des nachhaltigen Anlageansatzes.
  • Systematisch die ESG-Kriterien gemäss den Selbstregulierungen der SBVg in der Anlageberatung und in der Beratung von privaten Immobilienkunden verankern.
  • Kundinnen und Kunden systematisch für das Thema nachhaltige Finanzprodukte und -dienstleistungen im Rahmen der Beratungsgespräche sensibilisieren.
  • Besonderen Fokus auf nachhaltige Finanzierungen legen, beispielsweise in der Energiewirtschaft
  • Die Kreditlinien von nachhaltigen Finanzierungen halten und wenn möglich steigern (Stammhaus BKB)

Übergeordnete Herangehensweise

(GRI 3-3 c. und d.)

Der Lebenszyklus der vom Konzern BKB angebotenen Produkte und Dienstleistungen wird nach einem standardisierten Prozess gesteuert. Bei der Einführung neuer Produkte, bei der Anpassung des bestehenden Angebots oder beim Entscheid, ein Angebot zu beenden, werden jeweils folgende Prozessschritte durchlaufen:

  1. Alle Vorhaben werden auf die Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden der verschiedenen Geschäftsfelder im Konzern BKB abgestimmt. Gleichzeitig wird geprüft, ob die Vorhaben einen Beitrag zum Erreichen der strategischen Ziele des Konzerns BKB leisten, so beispielsweise zum Ziel, Nachhaltigkeitsaspekte bei ausgewählten Produkten und Dienstleistungen zu stärken.
  2. Alle Vorhaben werden dann in den Projektmanagementprozess des Konzerns BKB integriert, der das Vorgehen bei der Erarbeitung neuer oder bei der Anpassung bestehender Produkte und Dienstleistungen standardisiert.
  3. Am Schluss des Prozesses wird die Markteinführung eines Produkts oder einer Dienstleistung bzw. die Eliminierung oder Anpassung eines bestehenden Angebots durch das Geschäftskontext-Board Produkte und Kanäle des Konzerns BKB bewilligt. Im Geschäftskontext-Board sind insgesamt acht Personen aus jeweils unterschiedlichen Bereichen vertreten und es wird von der Abteilungsleitung Produkt- und Kanalmanagement geführt. Mit diesem konsequenten Vorgehen und der systematischen und frühzeitigen Einbindung aller relevanten Fachbereiche sollen die Effizienz laufend gesteigert, Marktchancen genutzt und allfällige Markt- und Nachhaltigkeitsrisiken reduziert werden.
Nachhaltige Produkte und Dienstleitungen des Konzerns BKB

Basisprodukte

(GRI 3-3 c. bis f., G4-FS7, G4-FS8)

Zak Green Impact

Zak, das einfache und übersichtliche Neobanking-Angebot der Bank Cler, ist in der Grundversion kostenlos. Auf Wunsch können Kundinnen und Kunden das Modell Zak Plus wählen und damit im Rahmen von Zak Green Impact ein Klimaschutzprojekt unterstützen. Für jeden mit der Zak Visa Debitkarte ausgegebenen Franken investiert die Bank Cler 0,2 Rappen in ein ausgewähltes Klimaschutzprojekt.

Im Jahr 2025 wurden Schweizer Bauernhöfe gefördert, die mithilfe von Biogasanlagen erneuerbare Energie aus organischen Abfällen gewinnen. Im Jahr 2025 konnten so 384 Tonnen CO₂ – und damit wurde das angepeilte Jahresziel von 350 Tonnen übertroffen – reduziert werden. Der finanzielle Klimaschutzbeitrag für das Jahr 2025 beläuft sich dabei auf rund 32 660 CHF und seit der Lancierung der Aktion konnten den verschiedenen Klimaschutzprojekten über 150 000 CHF zugeführt werden.

Im Rahmen der kontinuierlichen Weiterentwicklung der Zak und Zak Plus Angebote wurde entschieden, Zak Green Impact 2026 nicht weiterzuführen. Aktuell ist kein direktes Nachfolgeangebot geplant.

Fairtrade Gold Max Havelaar und rückverfolgbares Gold

Bis Ende 2024 verkaufte das Stammhaus BKB seinen Kundinnen und Kunden sowohl traditionelles Gold als auch Fairtrade Gold Max Havelaar in Stückelungen von 1 Gramm bis 1 Kilogramm. Im Januar 2025 wurde beschlossen, den Vertrieb von Fairtrade-Gold zu stärken und neu durch das Angebot von rückverfolgbarem Gold, dort wo möglich, zu ergänzen. Seither bietet das Stammhaus BKB für die Gewichtsgrössen von einem bis zwanzig Gramm ausschliesslich Max Havelaar Fairtrade Gold an. Für die Gewichtsgrössen von einer Unze bis zu einem Kilogramm wird seither ausschliesslich zu 100 % rückverfolgbares «GreenGold» aus der Raffinerie Valcambi angeboten. Der Verkauf von traditionellen Goldbarren bis zur Gewichtsgrösse von einem Kilogramm wurde mit Ausnahme der sogenannten Combi-Barren eingestellt. Im Bereich der Combi-Barren gibt es aktuell kein Angebot von Fairtrade Gold Max Havelaar bzw. kein Angebot von rückverfolgbarem Gold.

Damit das Gold aus kleingewerblichen Minen den Anforderungen gemäss Max Havelaar Fairtrade Gold genügt, müssen verschiedene Anforderungen zum Schutz von Menschen und Umwelt beim Goldabbau erfüllt werden. Beispielsweise wird von Max Havelaar im Rahmen der Zertifizierung geprüft, dass den Minenarbeitenden faire Löhne gezahlt, die Arbeitsbedingungen bzgl. Sicherheit verbessert und dass den Mineuren Mitbestimmungsrechte gewährleistet werden.

Im Gegenzug erhalten die zertifizierten Minen pro Kilogramm Gold eine Fairtrade-Prämie von 2000 USD.

Da die Abbaumengen an Fairtrade-Gold limitiert sind, wird zur Bedienung der Goldnachfrage der Kundinnen und Kunden nach wie vor Gold aus grossindustriellen Minen benötigt. Das von der Schweizer Raffinerie Valcambi unter dem Namen «GreenGold» verkaufte Gold hält Mindeststandards bzgl. Umwelt und Sicherheit ein. So ist die Rückverfolgbarkeit des Goldes zu 100 % gewährleistet. Das Gold stammt aus Minen, die nachweislich ISO-Zertifizierungen einhalten und sich zur Wahrung von Menschenrechten bekennen. Die durch das Stammhaus BKB vertriebenen «GreenGold»-Barren stammen vollumfänglich aus Australien.

Weitere Informationen siehe Abschnitt Menschenrechte im Edelmetall-Geschäft.

Anlegen und Vorsorgen

(GRI 3-3 c. bis f., G4-FS11)

Herangehensweise: ESG-Anlageprozess

Im Rahmen seiner nachhaltigen Geldanlagen verfolgt der Konzern BKB einen strukturierten Anlageprozess, der auf Ausschlusskriterien und eine Titelselektion gemäss Best-in-Class auf der Basis von ESG-Kriterien setzt. Dies gilt grundsätzlich sowohl für die vom Konzern BKB selbst konstruierten Anlagegefässe als auch für die berücksichtigten Anlageprodukte von Drittanbietern.

In einem ersten Schritt werden Ausschlusskriterienangewendet. Sie gewährleisten, dass kritische Branchen nicht ins Anlageportfolio gelangen (siehe Grafik). Konkret sind dies Unternehmen, die mehr als 5 % Umsatz in den Sektoren Rüstung, Atomwirtschaft und Gentechnologie (in der Landwirtschaft) erwirtschaften. Zudem sind sämtliche Unternehmen aus den Branchen Glücksspiel, Tabak, Alkohol und Pornografie ausgeschlossen. Eine Umsatzschwelle von 5 % wird auch hier angewendet.

* Diese Ausschlusskriterien gelten nur für den ESG-Anlageprozess und sind umfassender als die Ausschlüsse im Rahmen der Richtlinien zu kontroversen Umwelt- und Sozialthemen. Die Richtlinien zu kontroversen Umwelt- und Sozialthemen gelten für die Kreditvergabe an kommerzielle Kunden, die Vermögensverwaltung (nach ESG und konventionell) sowie die bankeigenen Investitionen bzw. Handelsbücher des Konzerns BKB.

In einem zweiten Schritt erfolgt die Titelselektion gemäss Best-in-Class. Bei der Investition in Unternehmen und Emittenten werden gezielt solche Anlagen bevorzugt, die eine vergleichsweise gute operative Nachhaltigkeitsleistung aufweisen (Best-in-Class-Ansatz).

Dabei werden ESG-Analysen beziehungsweise die daraus resultierenden ESG-Ratings von MSCI verwendet. Daraus ergeben sich branchenspezifische Ranglisten, die es ermöglichen, jene Unternehmen zu identifizieren, die im Vergleich zu ihren Mitbewerbern tiefere ESG-Risiken aufweisen oder diese besser managen. Anhand dieser Ranglisten werden ESG-optimierte Anlageportfolios kreiert.

Bei ausgewählten Anlagestrategien gelangt seit Anfang 2025 ein Active-Ownership-Ansatz zur Anwendung. Damit wird sichergestellt, dass ESG-Aspekte nicht nur vor der Titelselektion berücksichtigt werden, sondern auch nach der Investition, sprich entweder via Dialog mit den Unternehmen oder im Rahmen der Abstimmungen an den Generalversammlungen, einfliessen.

Weiterführende Details bezüglich des nachhaltigen Anlageansatzes finden sich auf der BKB Webseite.

Aktuelle Entwicklungen und Zahlen

Der Konzern BKB verfolgt das strategische Ziel, nachhaltige Anlagelösungen in der Organisation weiterzuentwickeln und zu verankern. Um im Anlage- und Vorsorgegeschäft Finanzdienstleistungen mit Nachhaltigkeitsbezug im Sinne der im Juni 2024 erneuerten Selbstregulierung der Schweizerischen Bankiervereinigung zu erbringen, setzt der Konzern BKB im Rahmen eines Projekts die dafür notwendigen Anpassungen an den Prozessen um.

Der 2022 lancierte Anlagefonds «BKB Physical Gold Fairtrade Max Havelaar» wurde im April 2025 neu positioniert und verfolgt nun gemäss der Kategorisierung der AMAS ein Verträglichkeitsziel mit dem Nachhaltigkeitsansatz «Nachhaltige thematische Anlage».

Im Rahmen der «Active Ownership» (Stimmrechtsausübung & Engagement) wurde Anfang 2025 bei zwei Anlagefonds der Familie «BKB Sustainable» der Nachhaltigkeitsansatz mit «Stimmrechtsausübung» erweitert.

Für eine effektive und effiziente Stimmrechtsausübung wird ein umfassendes ESG-Research zum Anlageuniversum benötigt. Seit Ende 2024 arbeitet der Konzern BKB dazu mit Institutional Shareholder Services Inc. (ISS) zusammen. ISS liefert sowohl die Grundlagen für die Stimmrechtsempfehlungen als auch die ESG-Daten, um jene Unternehmen zu eruieren, deren Nachhaltigkeitspraxis Anknüpfungspunkte für einen aktiven Dialog (Engagement) bieten. Dieser Prozess hat sich bewährt, sodass der «Active Ownership»-Ansatz 2026 auf zwei weitere Anlagefonds der «BKB Sustainable» Familie ausgeweitet wird.

Die Nachfrage nach nachhaltigen Anlageprodukten entwickelte sich im Anlagejahr 2025 sehr erfreulich. Insbesondere die nachhaltigen Anlagefonds «Anlagelösung Nachhaltig» mit den Strategien «Einkommen», «Ausgewogen», «Wachstum» und «Aktien», die «BKB Sustainable» Fonds sowie der «BKB Physical Gold Fairtrade Max Havelaar» verzeichneten ein hohes Volumenwachstum.  Auch anteilsmässig legen die nachhaltigen Anlagefonds und die nachhaltigen Anlagelösungen kontinuierlich zu, einzig die nachhaltigen Vermögensverwaltungsmandate sind leicht rückläufig. Zudem hat das Berichtsjahr wiederum gezeigt, dass nachhaltige Anlagen auch finanziell attraktiv sind und langfristig eine ähnliche Performance wie klassische Anlagen aufweisen. Die bereits vor drei Jahren lancierten «BKB Sustainable Momentum Select» Fonds für Aktien Schweiz und Aktien Welt sowie «BKB Physical Gold Fairtrade Max Havelaar» haben 2025 signifikant zur positiven Wertentwicklung der Vermögensverwaltungsmandate und Anlagelösungen beigetragen.

Mit den vorgenannten Weiterentwicklungen (sowie verschiedenen Sensibilisierungsmassnahmen, siehe Abschnitt «Sensibilisierungsmassnahmen» konnte ein Beitrag zur Erreichung der Ziele geleistet und die Verankerung der Nachhaltigkeit im Anlagegeschäft, als wichtigem Teil des Kerngeschäfts des Konzerns BKB, weiter gestärkt werden.

Nachhaltige Anlagen des Konzern BKB (G4 FS11)

31.12.2025

31.12.2024

Anlagegeschäft

Anlagevolumen nachhaltiger Vermögensverwaltungsmandate

in Mio. CHF

606,6

539,4

Anteil nachhaltiger Vermögensverwaltungsmandate

in %

10,3

10,8

Volumen nachhaltiger Anlagefonds 1

in Mio. CHF

3 861,2

3 442,3

Anteil nachhaltiger Anlagefonds am gesamten Fondsvolumen

in %

37,1

36,1

Volumen nachhaltiger Anlagelösungen

in Mio. CHF

2 409,1

2 093,0

Anteil nachhaltiger Anlagelösungen am Gesamtvolumen Anlagelösung

in %

63,1

61,0

1Anlagefonds in Vermögensverwaltungsmandaten und Depots.

Ausblick

Die operative Umsetzung der Selbstregulierung der AMAS zu Transparenz und Offenlegung bei Kollektivvermögen mit Nachhaltigkeitsbezug ist weit vorangeschritten. Der Konzern BKB wird für seine nachhaltigen Anlagefonds erstmals Anfang 2026 Nachhaltigkeitsreportings erstellen, in denen die angewendeten Nachhaltigkeitsansätze als auch relevante Metriken und ESG-Kennzahlen beschrieben werden.

Im Bereich der Finanzdienstleistungen Anlageberatung und Vermögensverwaltung bleibt die Implementierung der von der SBVg geforderten Anpassungen in Zusammenhang mit nachhaltigen Anlagelösungen ein Schwerpunkt für das Jahr 2026. Auch in den Jahren 2027 und 2028 wird es unter Einhaltung der von der SBVg gesetzten Fristen voraussichtlich weitere Anpassungen geben.

Finanzieren

(GRI 3-3 c. bis f., G4-FS6)

Durch das Kreditgeschäft unterstützt das Stammhaus BKB Firmen- und Privatkunden in ihren Investitionsvorhaben. Das Firmenkreditportfolio des Stammhauses ist gemessen an der Grösse der finanzierten Unternehmen sehr divers (siehe Tabelle/Grafik). Das Stammhaus finanziert KMU in der Region und ist im Firmen- und Grosskundengeschäft schweizweit aktiv

Kreditvolumen nach Grösse der finanzierten Unternehmen gemessen an ihrem Umsatz (G4 FS6)

Umsatz

Kreditvolumen in CHF

<1 Mio.

16 955 019

1 ≤ 10 Mio.

105 950 743

10 ≤ 50 Mio.

264 454 638

50 ≤ 100 Mio.

1 428 582 185

≥ 100 Mio.

699 630 922

Keine Daten

623 311 962

Als Basisanforderung im Bereich Nachhaltigkeit berücksichtigt der Konzern BKB bei der Vergabe von allen Krediten an Unternehmen die Richtlinie zu kontroversen Umwelt- und Sozialthemen. Keine Kredite wurden (und werden) entsprechend an Unternehmen mit Geschäftstätigkeiten vergeben, die gemäss dieser Richtlinie als gesellschaftlich kritisch erachtet werden oder einer nachhaltigen Entwicklung zuwiderlaufen.

Die folgende Tabelle zeigt die Aufteilung des aktuellen Kreditportfolios nach Branchen anhand von Noga-Codes.

Kreditvolumen nach Branche (NOGA-Code) der finanzierten Unternehmen (G4 FS6)

Code

Bezeichnung

Kreditvolumen in CHF

A

Land- und Forstwirtschaft, Fischerei

56 268

B

Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden

40 330 000

C

Verarbeitendes Gewerbe/Herstellung von Waren

679 472 065

D

Energieversorgung

498 161 762

E

Wasserversorgung; Abwasser- und Abfallentsorgung und Beseitigung von Umweltverschmutzung

99 049

F

Baugewerbe/Bau

13 852 684

G

Handel; Instandhaltung und Reparatur von Motorfahrzeugen

297 688 079

H

Verkehr und Lagerei

64 308 477

I

Gastgewerbe/Beherbergung und Gastronomie

7 739 908

J

Information und Kommunikation

13 526 030

K

Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen

376 926 405

L

Grundstücks- und Wohnungswesen

496 959 046

M

Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen

63 083 433

N

Erbringung von sonstigen Wirtschaftlichen Dienstleistungen

114 456 187

O

Öffentliche Verwaltung, Verteidigung; Sozialversicherung

200 003 013

P

Erziehung und Unterricht

278 588

Q

Gesundheits- und Sozialwesen

160 575 638

R

Kunst, Unterhaltung und Erholung

926 351

S

Erbringung von sonstigen Dienstleistungen

5 000 446

T

Private Haushalte mit Hauspersonal; Herstellung von Waren und Erbringung von Dienstleistungen durch private Haushalte für den Eigenbedarf ohne ausgeprägten Schwerpunkt

105 372 216

Keine Zuordnung

69 822

Seit dem Jahr 2022 richtet das Stammhaus BKB das Finanzierungsgeschäft von Firmen und Projekten stärker auf eine positive Wirkung und die Transformation zu einer nachhaltigen Wirtschaft aus. Einerseits wurden dazu spezifische Kreditprodukte wie die Sustainability-Linked-Finanzierungen oder die Green-, Social- und Sustainability-Finanzierungen etabliert, andererseits lag ein Schwerpunkt auf Krediten für die Finanzierung der anstehenden Energiewende bzw. den Ausbau erneuerbarer Energien.

Herangehensweise und aktuelle Entwicklung: Nachhaltige Finanzierungslösungen

Sustainability-Linked-Finanzierungen

Diese Finanzierungslösung hat zum Ziel, Schweizer Firmen einen Anreiz zu bieten, ihr Geschäftsmodell in Richtung Nachhaltigkeit zu entwickeln. Der Anreiz wirkt meistens über eine Margenanpassung entlang der Nachhaltigkeitsentwicklung der zu finanzierenden Gegenpartei. Je besser sich die Firmenkundin beziehungsweise der Firmenkunde in Bezug auf die gemeinsam definierten Nachhaltigkeitskriterien (Key Performance Indikatoren, KPI) während der Kreditlaufzeit entwickelt (z. B. CO2e-Emissionen, Wasserverbrauch oder ESG-Rating), desto tiefer ist der zu bezahlende Zins. Werden die vereinbarten Ziele nicht erreicht, wird der zu bezahlende Zins erhöht. Die effektive Ausgestaltung des Wirkungsmechanismus ist pro Finanzierung individuell vereinbart. Zudem werden die KPI individuell vereinbart und die Entwicklungsziele der KPI sollen wo immer möglich wissenschaftsbasiert und ambitioniert vereinbart werden. Das Stammhaus BKB engagiert sich mit dieser Finanzierungslösung auf bilateraler Ebene, in Konsortialkrediten mit anderen Banken, in Schuldscheindarlehen oder über Kapitalmarkttransaktionen (Sustainability-linked Bonds).

Im Berichtsjahr konnte das Stammhaus BKB wiederum Sustainability-Linked-Finanzierungen strukturieren beziehungsweise begleiten. Bei der Mehrzahl der Transaktionen wurden firmeninterne KPI verwendet und bei wenigen Transaktionen wurde auf externe Nachhaltigkeitsratings abgestützt. Dabei achtet das Stammhaus BKB auf ambitiöse Zielsetzungen und KPI, welche die materiellen Branchenthemen abdecken.

Green, Social und Sustainability Finanzierungen

Auch explizit nachhaltige Projekte finanziert das Stammhaus BKB und bietet eine aktive Begleitung sowie attraktive Konditionen. Die Projekte müssen entweder einen klaren Bezug zur ökologischen («green») oder sozialen («social») Nachhaltigkeit oder eine Kombination («sustainability») daraus aufweisen. Beispielsweise unterstützt das Stammhaus BKB energetische Gebäudesanierungen in der Region Basel. Zusätzlich ist es Finanzierungspartner verschiedener Wohnbaugenossenschaften, die günstigen Wohnraum zur Verfügung stellen.

Das Stammhaus BKB engagiert sich auf bilateraler Ebene (wie beispielsweise mit Green Loans), in Konsortialkrediten mit anderen Banken, in Schuldscheindarlehen oder über Kapitalmarkttransaktionen (wie z. B. bei Green Bonds).

Das Stammhaus BKB verfügt über einen ausstehenden, im 2022 lancierten Social Bond. Die durch den Bond aufgenommenen Mittel werden für die Finanzierung von Kreditfazilitäten in folgenden Bereichen verwendet:

Verwendungszwecke des Social Bonds

Alle Finanzierungen in den Kategorien Gemeinnütziger Wohnungsbau, Gesundheit & Pflege und Inklusion werden im Kernbankensystem entsprechend der Social Loan Principles als «Social Loan» erfasst. Die Social Loan Principles werden zusammen mit dem Social Bond Principles angewendet. Das Stammhaus BKB als Emittent einer Sozialanleihe kann somit basierend auf seinem extern überprüften Social Bond Framework die eingenommenen Erlöse der Anleiheemission zur Vergabe von Social Loans verwenden. Gemäss den Social Loan Principles muss die Kohärenz der Ziele und der Förderkriterien für soziale Projekte sichergestellt sein.

Im 2025 wurden 1,07 Mrd. CHF für die Finanzierung von gemeinnützigem Wohnraum, 246 Mio. CHF für die Finanzierung von Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen sowie 40 Mio. CHF für die Finanzierung von Inklusionsinstituten verwendet. Der Grossteil der Finanzierungen (74 %) sind für Gegenparteien im Kanton Basel-Stadt gesprochen worden.

Über die Mittelallokation und Wirkung der mittels Social Bond finanzierten Projekte publiziert das Stammhaus BKB jährlich im Mai/Juni das Social Bond Reporting. Gemäss dem letzten Reporting wurden per Ende 2024 3862 Wohneinheiten mit durchschnittlich 20 % tieferen Mietkosten im Vergleich zu marktüblichen Mieten finanziert*.

* Quelle: Basler Kantonalbank (BKB), Social Bond Reporting 2024. Die Angabe zur durchschnittlich rund 20 % tieferen Miete resultiert aus dem Vergleich der effektiven Mieten mit den im Liegenschafts-Bewertungsmodell ausgewiesenen hedonischen Marktmieten. Die Auswertung umfasst rund 70 % der finanzierten Liegenschaften in der Kategorie «Gemeinnütziger Wohnungsbau». Für die übrigen Objekte lagen diese Informationen zum Auswertungszeitpunkt nicht vor.

Da das Stammhaus BKB noch keinen eigenen Green Bond emittiert hat, besteht derzeit noch kein bankspezifisches Green Bond Framework. Somit basiert das ausgewiesene Green Loan Volumen ausschliesslich auf den abgeschlossenen grünen Finanzierungen, die sich jeweils an den allgemein anerkannten Vorgaben der Loan Market Association sowie der International Capital Market Association orientieren. Diese Finanzierungen durchliefen eigens den hierfür etablierten Evaluierungsprozess (siehe nächster Abschnitt).

Evaluierung der Nachhaltigkeit von Projekten und Firmen

Bei der Strukturierung von nachhaltigen Finanzierungen setzt sich das Stammhaus BKB für die Einhaltung der freiwilligen Prozessrichtlinien der Loan Market Association für Bankfinanzierungen sowie der International Capital Market Association für Kapitalmarkttransaktionen ein. Diese Prinzipien wurden von einer internationalen Arbeitsgruppe mit Vertretern führender Finanzinstitute entwickelt, um die Entwicklung und die Integrität des nachhaltigen Finanzierungsmarktes zu fördern.

Die freiwilligen Prozessrichtlinien geben eine grobe Kategorisierung für nachhaltige Finanzierungen vor, enthalten jedoch keine explizite Definition von Nachhaltigkeit. Da keine allgemeingültige Definition von Nachhaltigkeit auf dem Schweizer Finanzmarkt existiert, ist eine interne Expertengruppe «Sustainable Finance» für die Festlegung von Kriterien verantwortlich. Sie definiert die Anforderungen an nachhaltige Finanzierungen und beurteilt die Erfüllung dieser Nachhaltigkeitsanforderungen bei den finanzierten Projekten und Firmen. Die Nachhaltigkeitsanforderungen werden beispielsweise anhand des BKB-Nachhaltigkeitsverständnisses, der EU-Taxonomie für nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten sowie der Climate Bonds Taxonomy von der Expertengruppe festgelegt und regelmässig auf neue Entwicklungen überprüft.

Nachhaltigkeitshypothek

Mit der Nachhaltigkeitshypothek können nebst energieeinsparenden Renovationen wie z. B. Heizungsersatz oder Dämmung der Aussenhülle auch Vorhaben zu erneuerbaren Energien finanziert werden. Sowohl der Einbau einer thermischen Solar- oder einer Photovoltaikanlage fallen darunter. Auch die Finanzierung von Neu- oder Umbauten nach einem Minergie-Standard oder mit einem GEAK-Ausweis (Gebäudeenergieausweis der Kantone) der Energieeffizienzklasse A-C können von der Nachhaltigkeitshypothek profitieren. Dem Konzern BKB ist es ein Anliegen, energetische Vorhaben zu fördern. Daher gewähren die beiden Konzernbanken bei der Nachhaltigkeitshypothek gegenüber einer Festhypothek einen Zinsvorteil von 0,25 % p. a. bis zu einem Maximalbetrag von 1 Mio. CHF.

Finanzierung erneuerbare Energie

Gemäss einer Studie der SBVg sind in der Schweiz im Zuge der Transition bis zum Jahr 2050 jährliche Investitionen von durchschnittlich 740 Mio. CHF in erneuerbare Energien notwendig. Ein erweitertes Angebot an geeigneten Finanzierungslösungen von Investitionen in erneuerbare Energien ist für den Konzern BKB also ein starker Hebel für den Ausbau nachhaltiger Finanzierungslösungen. Damit können die beiden Konzernbanken einen signifikanten Beitrag zur Minderung negativer Klimaauswirkungen auf Umwelt und Menschen leisten und ihr Kerngeschäft substanziell ausbauen. Die Energiewirtschaft spielt deshalb als Fokus-Segment in der Konzernstrategie 2026+ weiterhin eine zentrale Rolle.

Die Förderung erneuerbarer Energien umfasst beim Stammhaus BKB Finanzierungen im In- und Ausland, sofern ein klarer Schweiz-Bezug vorhanden ist. In der Schweiz liegt der Fokus auf der Solarenergie, insbesondere der Photovoltaik-Anlagen (PV), sowie der Geothermie und der Wasserkraft, während Windkraftanlagen in Ländern mit höherem Windaufkommen als der Schweiz finanziert werden. Bei der Förderung dieser Technologien sind mögliche unerwünschte Auswirkungen auf Umwelt und Menschen durch Kreditnehmer zu berücksichtigen, wie z. B. die Herstellung von Solarpanels mit fossilen Energieträgern, mögliche Konflikte in der Landnutzung durch Wind- und PV-Anlagen sowie mögliche gesundheitliche Beeinträchtigung von Menschen und Natur, etwa durch Lärmemission von Windparks. Die Akzeptanz für erneuerbare Energie ist in der Bevölkerung generell hoch, jedoch braucht es neben Umweltverträglichkeitsanalysen einen verstärkten Dialog zwischen Unternehmen sowie Kreditnehmern und Anwohnern.

Mit seinem Energiefinanzierungsgeschäft zielt der Konzern BKB zum einen darauf ab, Grosskunden im Energiesektor von «braun» (fossile Energie) auf «grün» (erneuerbare und effizientere Energienutzung) weiterzuentwickeln, indem der Anteil an nachhaltigen Krediten (Green Loans oder Sustainability-linked-Finanzierungen) erhöht werden soll. Zum anderen ist das Stammhaus BKB bestrebt, Privatkundinnen und -kunden mit möglichst zielgerichteten Hypotheken, etwa im Rahmen von Baumassnahmen, die Nutzung erneuerbarer Energien zu ermöglichen und die Energieeffizienz zu erhöhen (Nachhaltigkeitshypothek).

Das Engagement des Konzerns BKB im Energiesektor umfasst sämtliche Marktakteure und unterstützt die Entwicklung neuer Technologien. Somit können neue Trends frühzeitig erkannt und gegebenenfalls Portfoliosteuerungsmassnahmen rechtzeitig eingeleitet werden. Beispielsweise werden die Kopplungspotenziale der Elektrizitäts- und Gaswirtschaft untersucht und eng begleitet. Dazu gehören die Möglichkeiten der «Power-to-Gas»- Technologie, bei der mit erneuerbarem Strom synthetisches, CO2-neutrales Gas als Energiespeicher hergestellt werden kann. Deshalb finanziert das Stammhaus BKB beispielsweise die Gaswirtschaft weiterhin, um auch – einen heute noch – CO2-belasteten Energieträger in der Transformation zu fördern.

Aktuelle Zahlen

(G4-FS7, G4-FS8)

Insgesamt konnte das Volumen der nachhaltigen Finanzierungen im Konzern mit +0,6 % gegenüber dem Vorjahr gehalten, resp. leicht erhöht werden.

Dazu trugen insbesondere die Green Loans und die Social Loans mit einem Volumenzuwachs von jeweils knapp 30 Mio. CHF bei, aber auch das Volumen der Nachhaltigkeitshypothek konnte gesteigert werden. Umgekehrt ging das Volumen der Sustainability-linked Loans deutlich zurück. Hier überwogen im 2025 die Rückzahlungen (acht Gegenparteien) den Zuwachs (zwei Gegenparteien), sodass insgesamt ein Rückgang um 12,8 % bzw. 59,4 Mio. CHF resultierte. Insgesamt wurde im Berichtsjahr das Ziel, die Kreditlinien von nachhaltigen Finanzierungen zu halten, erreicht.

Die gesprochenen Kreditlinien des Stammhauses BKB für Unternehmen und Projekte im Bereich erneuerbare Energien konnten im Berichtsjahr, im Vergleich zum Vorjahr weiter erhöht werden. Die Finanzierungen decken ein breites Energiespektrum ab: Solarenergie, klassische Wasserkraft, Windkraft, Geothermie, Biomasse (insbesondere Holz) und Wärmeverbünde. Das Kundenspektrum reicht vom grossen etablierten Versorger über einzelne Kraftwerksprojekte bis hin zum Startup-Unternehmen. Diese grosse Bandbreite bedingt jeweils hohe Marktkenntnisse, massgeschneiderte Finanzierungslösungen und die Bereitschaft zu einem sehr langfristigen Engagement.

Nachhaltige Finanzierungen (Konzern BKB) (G4 FS7, G4 FS8)

31.12.2025

31.12.2024

Volumen Sustainability-linked Loans

in Mio. CHF

403,3

462,7

Volumen Social Loans

in Mio. CHF

1 359,3

1 332,0

Volumen Green Loans

in Mio. CHF

270,9

241,2

Gesamtvolumen nachhaltiger Finanzierungen kommerzieller Kunden

in Mio. CHF

2 033,5

2 035,9

Volumen Nachhaltigkeitshypotheken

in Mio. CHF

87,5

73,0

Gesamtvolumen nachhaltiger Finanzierungen

in Mio. CHF

2 121,0

2 108,9

Transparenz und Beratung

(GRI 3-3 c. bis f.)

Nachhaltigkeitskriterien in der Anlage- und Hypothekarberatung

Seit Januar 2024 werden neue Anlagekundinnen und -kunden des Konzerns BKB zu ihrer ESG-Präferenz befragt und über die ESG-Kriterien aufgeklärt. Bei bestehenden Anlagekundinnen und -kunden wurden bzw. werden die ESG-Präferenzen bei nächster Gelegenheit abgefragt. Der Konzern BKB unterscheidet zwei Präferenzausprägungen: «neutral» und «interessiert». Bei der Präferenz «neutral» steht die Kundin bzw. der Kunde ESG-Aspekten und -Themen neutral gegenüber, so dass diese keinen Einfluss auf Anlageempfehlungen haben. Die ESG-Präferenz «interessiert» kennzeichnet eine Kundin bzw. einen Kunden, der/dem ESG-Aspekte und -Themen wichtig sind. Dieser Präferenz entsprechend werden seit dem 1.1.2025 den Kundinnen und Kunden Finanzinstrumente empfohlen, die dem Nachhaltigkeits-Verständnis der Bank entsprechen. Von Kundinnen und Kunden des Stammhauses BKB, die eine Präferenz erfasst haben, sind 47 % «interessiert» und 53 % «neutral». Von Kundinnen und Kunden der Bank Cler, die eine Präferenz erfasst haben, sind 39 % «interessiert» und 61 % «neutral» (Stand per 31.12.2025).

Hypothekarkundinnen und -kunden werden im Rahmen der Beratung auf die Bedeutung der Energieeffizienz ihrer Liegenschaften hingewiesen und bei der Förderung der Energieeffizienz unterstützt. Hypothekarkundinnen und -kunden haben dazu seit Januar 2024 die Möglichkeit, mit einem Renovations- und CO2-Rechner Massnahmen zu eruieren, um den Wärmebedarf und den CO2-Ausstoss ihrer Liegenschaft zu optimieren. Der Rechner wird den Hypothekarkundinnen und -kunden im Rahmen der persönlichen Beratung vorgestellt, er steht aber auch allen Interessierten auf den Webseiten der beiden Konzernbanken, dem Stammhaus BKB und der Bank Cler zur Verfügung.

Die Kundenberatenden der beiden Konzernbanken wurden vorgängig mit Hilfe eines webbasierten Trainings für die Themen sensibilisiert und für die Anwendung der neuen Werkzeuge geschult. Auch sind die webbasierten Trainings ins standardmässige Schulungskonzept für Kundenberatende, die zu einer der beiden Konzernbanken stossen, integriert.

Mit diesen Massnahmen erfüllt der Konzern BKB die Selbstregulierungen der SBVg zur Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien in der Anlage- und Hypothekarberatung.

ESG-Reporting für Anleger

Vermögensverwaltung

Seit dem Jahr 2020 bietet das Stammhaus BKB seinen Institutionellen Kundinnen und Kunden ein dediziertes ESG-Reporting. In einer ausführlichen Analyse wird dargestellt, wie das Anlageportfolio – auch im Vergleich zu einem Referenzportfolio – im Hinblick auf ESG- Aspekte abschneidet. Diese Transparenz unterstützt die Institutionellen Anlegerinnen und Anleger, die Risiken und Chancen aus den Bereichen Umwelt und Soziales, wie etwa Kontroversen zu Menschenrechtsverstössen, oder auch Governance besser einschätzen zu können. Mit Hilfe dieser Informationen lässt sich der potenzielle Bedarf von Portfolioanpassungen unter Berücksichtigung von ESG-Aspekten identifizieren. Im Jahr 2024 wurde das institutionelle ESG-Reporting hinsichtlich Klimarisiken weiterentwickelt und überarbeitet. Sowohl Swiss Climate Scores als auch neue ESG-Kennzahlen wurden in das Reporting integriert, zudem wurde das Layout revidiert und neugestaltet. Das erweiterte ESG-Reporting kommt seit Anfang 2025 zum Einsatz.

Auf Kundenwunsch konnte für Privatkundinnen und -kunden der beiden Konzernbanken in der Vergangenheit eine Kurzfassung des institutionellen ESG-Reportings erstellt werden. Dieser Service wurde per Ende des ersten Quartals 2025 eingestellt und ab dem 1.1.2026 mit einem standardisierten Kurzreporting zu den ESG-Kennzahlen ersetzt. Dies vor dem Hintergrund, dass in Folge der Selbstregulierung der AMAS ab 2026 ESG-Kennzahlen zu nachhaltigen Anlageprodukten standardmässig offenzulegen sind. Aus Gründen der Übersichtlichkeit und Einheitlichkeit fokussiert der Konzern BKB in der Kommunikation mit Privatkundinnen und -kunden künftig auf diese neuen ESG-Kurzreportings. Sie werden künftig laufend entlang der sich ändernden Kundenbedürfnisse sowie selbstregulatorischen Anforderungen weiterentwickelt.

ESG-Informationen für Aktien, Fonds und Anlagelösungen

Den Kundinnen und Kunden des Stammhauses BKB stehen auf der Marktinformationsseite MSCI ESG-Ratings für Aktien, Fonds und die BKB Anlagelösungen zur Verfügung. Im Bereich Aktien werden zusätzlich Informationen zu kontroversen Geschäftstätigkeiten von Unternehmen aufgezeigt (z. B. ob das Unternehmen in schwerwiegende ökologische und/oder soziale Kontroversen involviert ist oder ob es gegen die Grundsätze einer guten Unternehmensführung «Corporate Governance» verstösst). Diese Informationen stehen allen Privat- und Firmenkunden des Stammhauses BKB zur Verfügung, die beim Digital Banking (Mobile- und E-Banking) angemeldet sind und über ein Depot verfügen.

Anlageberatung

Auch ihren Beratungskundinnen und -kunden bieten das Stammhaus BKB und die Bank Cler im geschützten Bereich ihrer Webseiten Zugang zu Nachhaltigkeitsinformationen. Seit Anfang 2022 veröffentlicht das Aktienresearch-Team standardmässig das MSCI-ESG-Rating der analysierten Unternehmen. Zudem stehen für bis zu 150 Unternehmen Kurzeinschätzungen bezüglich der geschäftsrelevanten ESG-Aspekte zur Verfügung. Die Kurzeinschätzung wird zusammen mit anderen Finanzkennzahlen und Analysen auf einem zweiseitigen Faktenblatt ausgewiesen.

Ausblick

Im Zuge der Umsetzung der aktualisierten Selbstregulierungen der AMAS sowie der SBVg ist für das Jahr 2026 auf Konzernebene die Weiterentwicklung des ESG-Reportings bezüglich der Anlageprodukte und Vermögensverwaltungsmandate geplant. Gemäss aktueller Projektplanung erfolgt die Einführung des neuen ESG-Reportings per Anfang 2027.

Partnerschaften in Bezug auf Produkte und Dienstleistungen

(GRI 3-3 c. bis f., GRI 2-6)

Der Konzern BKB hatte sich als Teil der Konzernstrategie 2022+ zum Ziel gesetzt, mit Partnerschaften komplexe und ressourcenintensive Themen schneller und effizienter weiterzuentwickeln. Auch im Bereich der Nachhaltigkeit wurde die Zusammenarbeit mit Dritten gesucht, um Kundinnen und Kunden der beiden Konzernbanken weiterführende Beratungen und Angebote zum Thema Nachhaltigkeit anbieten zu können. 2025 wurden die zwei bestehenden Partnerschaften mit Basler & Hofmann sowie mit Max Havelaar erfolgreich fortgesetzt. Die Partnerschaft mit Swiss Triple Impact im Bereich der Nachhaltigkeitsberatung für KMU wurde 2025 eingestellt. Dieses Angebot wird Anfang 2026 durch eine neue Partnerschaft unter der Leitung der FHNW ersetzt.

Umfassende Gebäudeanalysen für Immobilienkunden zusammen mit Basler & Hofmann

Den Immobilienkunden des Stammhauses BKB steht aufgrund der 2022 gestarteten Kooperation mit Basler & Hofmann die «Stratus»-Software zur Verfügung, mit welcher der Objektzustand (einzelner Immobilien und/oder Immobilienportfolios) erfasst und ganzheitlich analysiert werden kann. Daraus lassen sich z. B. der energetische Sanierungsbedarf sowie die hierfür benötigten Investitionen ermitteln. Zudem lässt sich aufzeigen, in welcher zeitlichen Abfolge die Sanierungsarbeiten durchgeführt werden sollten, damit sie auch aus wirtschaftlicher Sicht am attraktivsten sind.

Fairtrade-Goldfonds: Seit 2022 mit Max Havelaar am Markt

ESG-orientierten Anlegerinnen und Anlegern beider Konzernbanken steht seit 2022 mit dem Anlagefonds BKB Physical Gold Fairtrade Max Havelaar eine hochwertige, professionell verwaltete Investitionsmöglichkeit in die Anlageklasse Gold zur Verfügung. Der BKB Physical Gold Fairtrade Max Havelaar Fonds wurde 2022 in Zusammenarbeit mit der Max Havelaar-Stiftung (Schweiz) als weltweit erster Goldfonds lanciert, der mit physischem FairtradeGold hinterlegt ist. Mit Fairtrade Max Havelaar steht dem Konzern BKB ein Partner zur Seite, der eine echte Verbesserung des Schutzes von Menschen und Umwelt im Goldbergbau garantiert.

Die getätigten Investitionen erzielen direkt vor Ort einen Nutzen, indem die Mineure pro investiertem Kilogramm Gold eine Fairtrade-Prämie in der Höhe von USD 2000 erhalten. Mit diesen Zusatzeinnahmen werden z.B. Gemeinschaftsprojekte wie Schulen, Wasser- oder Gesundheitsversorgung sowie Massnahmen zur Verbesserung betrieblicher Abläufe finanziert. Per 31.12.2025 belief sich das Volumen des BKB Physical Gold Fairtrade Max Havelaar auf rund 285 Mio. CHF.

Über die Laufzeit sind seit der Lancierung des Fonds Prämien im Umfang von 5,07 Mio. USD an die Mineure nach Peru geflossen.

Weitere Informationen siehe Abschnitt Menschenrechte im Edelmetall-Geschäft.

Sensibilisierungsmassnahmen

(GRI 3-3 c. bis f.)

Zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit rund um das Thema Nachhaltigkeit haben das Stammhaus BKB und die Bank Cler auch im Jahr 2025 Anlässe durchgeführt, Fachreferate gehalten und mediale Beiträge geleistet.

Anlässe zu Themen mit Nachhaltigkeitsbezug

Wie im Vorjahr sensibilisierte das Stammhaus BKB auch 2025 zum Thema Biodiversität. Zusammen mit Partnern, wie der Naturschutzorganisation BirdLife Schweiz und der Christoph Merian Stiftung, führte die BKB im Rahmen ihres Engagements «Basel blüht auf» einen Themenabend zur Gebäudebegrünung durch. Eingebettet in die vom 2. bis 7.6.2025 durchgeführte «Grüne Gebäude-Woche» organisierte die Bank am 3.6.2025 einen Anlass, bei dem verschiedene Möglichkeiten zur Fassaden- und Dachbegrünung präsentiert und diskutiert wurden.

Im Rahmen eines für die breite Öffentlichkeit zugänglichen Anlasses veröffentlichte das Stammhaus BKB im April 2025 den Immobilienkompass für die Region Basel. Dieser erscheint jeweils jährlich in Zusammenarbeit mit dem Immobilienberatungsunternehmen IAZI. Ein thematischer Schwerpunkt lag bei dieser Ausgabe auf der Analyse der aktuell in der Region Basel eingesetzten Heizsysteme respektive deren Energieträger. Dabei zeigte sich, dass auch in Basel nach wie vor ein grosses Investitions- und Dekarbonisierungspotential besteht.

Die Bank Cler führte ihrerseits am 24.6.2025 im Rahmen ihrer Partnerschaft mit EqualVoice United einen Anlass in ihrer Basler Geschäftsstelle durch. Im Zentrum stand das Thema Diversität und Gleichstellung und insbesondere die Frage, inwiefern eine Bank ihre Finanzberatung auf die spezifischen Bedürfnisse von Frauen ausrichten kann, um für sie einen relevanten Mehrwert zu bieten.

Fachreferate und Auftritte im regionalen Fernsehen zu Themen mit Nachhaltigkeitsbezug

Vertreter des Stammhauses BKB haben über das Jahr hinweg Vorträge an verschiedenen Fachveranstaltungen gehalten, u. a. an der Vortragsreihe «Sustainable Finance Gespräche» der Fachhochschule Nordwestschweiz. Dabei wurden u.a. die folgenden Themen beleuchtet: Nachhaltigkeit in der Finanzbranche, energetische Sanierung von Liegenschaften, nachhaltige Finanzierungen sowie die Rolle von nachhaltigen Anleihen im Schweizer Kapitalmarkt.

Seit Mitte 2023 präsentiert das Stammhaus BKB in Zusammenarbeit mit Telebasel das Wirtschaftsmagazin «Geld&Co». Im Rahmen dieser einmal in der Woche ausgestrahlten Sendung beantworten Expertinnen und Experten des Stammhauses BKB Fragen zu Finanzthemen sowie Themen mit Nachhaltigkeitsbezug. So wurden im Berichtsjahr beispielsweise Sendungen zu Themen wie Sharing Economy, Massnahmen zur Anpassung an den Klimawandel in Städten sowie unternehmerischen Klimainnovationen ausgestrahlt.