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Offenlegung zu klimabezogenen Risiken und Chancen in Anlehnung an TCFD

Die BKB bekennt sich ausgehend von der Eignerstrategie für die Basler Kantonalbank 2021-2025 und mit der Konzernstrategie 2022+ dazu, ihre Anstrengungen zum Klimaschutz und zur Schaffung von Transparenz bzgl. klimarelevanter Geschäftstätigkeiten zu verstärken. Die Bank arbeitet daran, klimabezogene Risiken und Chancen regelmässig zu analysieren und die Strategie sowie geeignete Massnahmen im Umgang mit diesen Risiken und Chancen künftig gemäss den Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) offenzulegen. Im Folgenden werden die ersten Ansätze in den vier Bereichen Governance, Strategie, Risikomanagement sowie Massnahmen und Ziele beschrieben.

Governance

Der Bankrat definiert die Risikostrategie und überwacht das Risikomanagement. Als oberstes Aufsichtsorgan der Basler Kantonalbank ist er in regulatorischer Hinsicht dafür zuständig, dass die Finanzgruppe die mit ihrer Geschäftstätigkeit verbundenen Risiken angemessen erfasst, begrenzt und überwacht. Hierfür erlässt er u. a. das Reglement Risikomanagement Konzern und Konzernfinanzgesellschaften. In diesem werden die Aufgaben und Befugnisse der Risikomanagement-Funktionen innerhalb des Konzerns und der Konzernfinanzgesellschaften definiert. Dieses wird jährlich aktualisiert und bei künftigen Überarbeitungen soll darin auch explizit festgehalten werden, dass Klimawandelrisiken als Treiber von bestehenden Risikokategorien anzusehen sind und diese im Rahmen der risikospezifischen Offenlegungspolitik künftig mitberücksichtigt werden sollen.

Die operative Verantwortung für das Risikomanagement und die Compliance obliegt den einzelnen Geschäftsbereichen. Die Geschäftsleitung der Basler Kantonalbank ist dafür besorgt, dass die von den Geschäftsbereichen in ihre Arbeitsabläufe integrierten Kontrollaktivitäten angemessen und wirksam sind. Mit Blick auf die geplante Messung und Analyse der finanzierten CO2-Emissionen liegt die Umsetzungsverantwortung im Bereich Finanzen und Risiko. Im Sinne einer koordinierenden und beratenden Funktion unterstützt die Fachstelle Nachhaltigkeit, die organisatorisch im CEO Office verortet ist, den Offenlegungsprozess bzgl. Klimawandelrisiken.

Der Konzern BKB verfügt zudem über einen Beirat Nachhaltigkeit. Dieser besteht aus fünf externen Expertinnen und Experten und übt eine rein beratende Funktion aus. (Es handelt sich hierbei nicht um ein Organ des Konzerns BKB.) Schwerpunktthemen des Beirats Nachhaltigkeit sind der Klimawandel und die sich daraus ergebenden Chancen und Risiken. Entsprechend regelmässig thematisiert der Beirat Klimawandelrisiken gegenüber den Oberleitungsgremien und trägt damit mittelbar zu deren Adressierung bei.

Strategie

Den strategischen Rahmen für den Umgang mit Klimawandelrisiken bilden die Eignerstrategie des Kantons Basel-Stadt und die Konzernstrategie 2022+. In der Eignerstrategie wird festgehalten, dass die BKB Transparenz über die Emissionen aus dem Vermögensverwaltungsgeschäft schaffen und Grundlagen erarbeiten soll, um möglichst bald Klimawandelrisiken im Kreditbereich ausweisen zu können. Weiter soll die Bank gemäss Eignerstrategie eine ambitionierte Strategie zur Senkung ihrer Klimawandelrisiken und ihrer Beteiligung an fossilen Energien und treibhauswirksamen Wirtschaftsformen verfolgen. Generell gibt der Eigner vor, dass die Bank bis 2030 Netto-Null im Betrieb und bis 2050 Netto-Null im Kerngeschäft erreichen muss.

Auf Konzernebene werden diese Vorgaben im Rahmen der Strategie 2022+ aufgenommen und konkretisiert. Übergeordnet wurde «Nachhaltigkeit fördern» als eines von acht strategischen Zielen definiert. Dieses Ziel soll anhand von Massnahmen in den Bereichen Bankangebote und betrieblicher Umweltschutz erreicht werden. Hierzu zählt auch das Identifizieren, Messen und Offenlegen von Klimawandelrisiken im Kreditportfolio, was 2022 vorangetrieben werden soll.

Der Konzern hat 2019 zudem eine «Umwelt- und Klimapolitik» erlassen. Sie stellt ein Instrument dar, mit dem die BKB sicherstellt, dass sie ihren gesetzlichen Leistungsauftrag erfüllt und zu einer ausgewogenen sowie ökologisch, wirtschaftlich und sozial nachhaltigen Entwicklung des Kantons Basel-Stadt beiträgt. Darin sind unter Berücksichtigung eines längerfristigen Horizontes (2030) Grundsätze und Ziele für das Kerngeschäft festgelegt. Unter anderem zum Kreditgeschäft sowie zum Risk Management. Weitere Details dazu sind hier abrufbar. Aufgrund der hohen Dynamik innerhalb der Finanzbranche bezüglich des Umgangs mit klimabezogenen Chancen und Risiken wird die «Umwelt- und Klimapolitik» 2022 aktualisiert.

Risikomanagement

Das Aufsetzen von Risikomanagementprozessen gemäss den Vorgaben der TCFD ist derzeit noch im Anfangsstadium. Im Rahmen der Strategieperiode 2022+ ist vorgesehen, Klimawandelrisiken im bestehenden Risikomanagement-Framework zu integrieren. Dazu werden die Auswirkungen des Klimawandels als Risikotreiber der bestehenden Risikokategorien aufgefasst und in die bestehenden Methoden und Prozesse der Risikoidentifikation, -beurteilung, -steuerung und -berichterstattung einbezogen. Mittelfristig sollen auch Social- und Governance-Risiken Eingang ins bestehende Risikomanagement-Framework finden.

Konkret wurden Klimawandelrisiken bisher teilweise anhand der Konzernrichtlinien zu kontroversen Umwelt- und Sozialthemen sowie im Branchenmonitoring, das als Leitfaden für die Kreditvergabe an Firmenkunden dient, adressiert (siehe «Richtlinien zu kontroversen Umwelt- und Sozialthemen», Kapitel Verantwortungsbewusste Geschäftspraxis). So sieht die Basler Kantonalbank bspw. davon ab, Kredite an Unternehmen zu vergeben, die Anlagen zur Energieerzeugung aus Kohle oder Öl besitzen oder betreiben. Das Gleiche gilt für Unternehmen, die Anlagen zum Kohleabbau besitzen oder betreiben.

Messgrössen und Ziele

Die Basler Kantonalbank fokussiert in einem ersten Schritt darauf, Transparenz über die CO2-Emissionen im Kreditgeschäft («Financed Emissions») zu schaffen. Hierfür werden die notwendigen internen Prozesse etabliert und es wird an der Definition und Erfassung der geeigneten Daten gearbeitet. Die Bank stützt sich dabei auf den Ansatz der «Partnership for Carbon Accounting Financials» (PCAF) ab. Die PCAF ist eine globale Partnerschaft von Finanzinstituten, die das Ziel verfolgen, die Transparenz bezüglich Klimawandelrisiken zu verbessern und gemäss einem standardisierten Ansatz offenzulegen. Dieser Standard ist kompatibel mit global anerkannten Rahmenwerken wie die TCFD. Die Basler Kantonalbank ist der PCAF im Februar 2021 beigetreten und bekennt sich damit dazu, ihre finanzierten Emissionen spätestens für das Berichtsjahr 2023 gemäss dem PCAF-Ansatz offenzulegen. Das Herstellen von Transparenz erachtet die Basler Kantonalbank als eine wesentliche Voraussetzung, um Klimawandelrisiken adäquat analysieren und bewerten zu können. Zudem bildet es die Basis zur Definition von Zielen zur Senkung des CO2-Fussabdrucks auf Portfolioebene und zur Durchführung von Szenariosimulationen für konkrete Absenkpfade.

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