Quantitative Entwicklung: Starkes Jahresergebnis dank breit abgestütztem Wachstum
In einem anspruchsvollen Umfeld ist es dem Konzern BKB gelungen, an den Erfolg des Vorjahres anzuknüpfen: Der Geschäftserfolg lag mit 275,2 Mio. CHF auf dem Niveau von 2023 und der Konzerngewinn konnte um +10,0 % auf 186,3 Mio. CHF gesteigert werden. Diese erfreuliche Geschäftsentwicklung basiert auf einem profitablen und nachhaltigen Wachstum der Kundenbasis – sowohl bei den Kundenausleihungen als auch bei den Kundeneinlagen.
Konzerngewinn
(in Mio. CHF)
Das Geschäftsjahr 2024 hat gezeigt, dass die Fokussierung auf die Stärken, die Vereinfachung der Prozesse und die gestiegene Zufriedenheit der Kundinnen und Kunden Früchte tragen.
Der Konzern BKB konnte trotz rasch sinkender Zinsen das gute operative Ergebnis des Vorjahres wiederholen und den Konzerngewinn erneut steigern. Damit wurden vier der fünf für Ende 2025 definierten strategischen Zielvorgaben erreicht (siehe Grafik unten).
Das Jahr 2024, in dem das Stammhaus sein 125-jähriges Bestehen feierte, war somit in jeder Hinsicht erfreulich. CEO Basil Heeb kommentiert den Jahresabschluss mit den Worten:
«Mit diesem Jahresergebnis hat der Konzern BKB bewiesen, dass er mit der Fokussierung auf seine Stärken und seine Stabilität sehr gut aufgestellt ist. Die Erfolgsbasis ist robust und wächst nachhaltig. Wir haben damit gezeigt, dass wir auch ohne den temporären Rückenwind der Zinswende im Jahr 2023 ein sehr gutes Ergebnis erzielen können.»
Die PS-Inhaberinnen und -Inhaber partizipieren an diesem Erfolg. Sie erhalten für das Jubiläumsjahr 2024 zusätzlich zur ordentlichen Dividende von CHF 3.25 (brutto) eine verrechnungssteuerfreie Sonderdividende aus Kapitaleinlagereserven von CHF 1.25. Damit erhöht sich die Dividende auf CHF 4.50. Unter Berücksichtigung des Kursanstiegs um 9,5 % lag die Gesamtperformance (inkl. Dividende) des BKB-Partizipationsscheins 2024 bei beachtlichen 15,0 %. Neben der ordentlichen Gewinnablieferung von 100 Mio. CHF erhält der Kanton Basel-Stadt im Rahmen des Jubiläums eine Sondergewinnablieferung von 25 Mio. CHF, womit die Gesamtablieferung (inkl. Abgeltung Staatsgarantie) an den Kanton 137,2 Mio. CHF beträgt. Dies entspricht rund 660 CHF pro Baslerin und Basler.
Strategische Ziele
Der Erfolg des Konzerns BKB im 2024 basiert auf vier Faktoren
#1: Fokussierung auf Stärken
Der mit den deutlichen Leitzinssenkungen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) verbundene Zinsrückgang hat die Zinsmargen verengt. Da das risiko- und margenbewusste Wachstum im Kundengeschäft diesen Effekt nicht vollständig kompensiert hat, ist der Zinserfolg (brutto) gegenüber dem Vorjahr leicht zurückgegangen (-1,5 %). Gleichzeitig ergaben sich im Geld- und Devisenmarkt weniger Opportunitäten als im Vorjahr, wodurch auch der Handelserfolg erwartungsgemäss abgenommen hat (‑13,1 %).
Dank der konsequenten Kundenorientierung und der Fokussierung auf die Vermögensverwaltung konnte das Depotvolumen gesteigert werden (+8,5 %), sodass der Erfolg im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft um +4,8 % zunahm. Das stetige Wachstum des Anlagevermögens in den Delegationslösungen um weitere 19 % auf inzwischen 8,4 Mrd. CHF ist u.a. der konstant guten Anlageleistung des Asset Managements zu verdanken. So konnte in einem anspruchsvollen Umfeld ein guter Geschäftsertrag von 662,7 Mio. CHF (‑1,8 %) erzielt werden.
Ertragsfelder
in Mio. CHF
Kundenvermögen Delegationslösungen
in Mrd. CHF
#2: Einfachheit und Resilienz
Im vergangenen Jahr lag der Fokus auf der Verbesserung und Vereinfachung der Bankprodukte und ‑dienstleistungen sowie der Effizienzsteigerung in Kernprozessen. Auf diese Weise konnten in einer Reihe von strategischen Projekten und Vorhaben wichtige Meilensteine erreicht werden: Mit der neu geschaffenen Möglichkeit, Kundenbeziehungen in den Filialen oder auf der Webseite bkb.ch auf digitalem Weg zu eröffnen, wurde der Komfort deutlich erhöht. Ausserdem stehen der Kundschaft im Digital Banking neben den Kontoeröffnungen immer mehr Selbstbedienungsmöglichkeiten zur Verfügung. Der Prozess im Hypothekargeschäft wurde vereinfacht und die IT-Architektur durch die schrittweise Einführung der Cloud-Technologie leistungsfähiger und sicherer gemacht. Die Investitionen in diese strategischen Vorhaben haben unter anderem den Sachaufwand um +4,0 % auf 141,2 Mio. CHF erhöht.
#3: Verbundenheit
Die BKB hat das Jubiläumsjahr genutzt, um der Kundschaft, den Mitarbeitenden und der gesamten Bevölkerung «Danke» zu sagen. Dies geschah in Form von verschiedenen Aktivitäten, wie z.B. Zolli-Führungen im Morgengrauen, einem Sommerfest auf dem Barfüsserplatz oder Konzerten in Alters- und Pflegeheimen. Diese Jubiläumsaktivitäten haben im Stammhaus die Kosten einmalig um rund +3 Mio. CHF erhöht. Dies entspricht ca. 30 % der Erhöhung des Geschäftsaufwands (+10,5 Mio. CHF). Daneben ist mit der Einführung des neuen Vergütungssystems Anfang 2024 und der Besetzung von verschiedenen Vakanzen der Personalaufwand um +2,4 % gestiegen.
In der Folge hat sich die Cost Income Ratio gegenüber dem Vorjahr leicht erhöht. Sie lag per 31.12.2024 mit 54,8 % nach wie vor innerhalb der strategischen Zielvorgabe (<55 %). Mit einem Geschäftserfolg von 275,2 Mio. CHF konnte an das gute Ergebnis des Vorjahres angeknüpft werden (-0,2 %).
Cost Income Ratio
in %
#4: Stabilität
Der Konzern richtet seine Bilanz weiterhin auf Stabilität aus. Vor diesem Hintergrund erfolgte 2024 das Wachstum nicht nur risikoorientiert, sondern auch unter Berücksichtigung einer stabilen Refinanzierung. Die Kundenausleihungen sind ebenso wie die Hypothekarforderungen um +1,8 % gestiegen und die Kundengelder sind um +7,5 % gewachsen.
Hypothekarforderungen
in Mrd. CHF
Kundengelder
in Mrd. CHF
Die Bilanzsumme hat sich um +6,1 % auf 55,9 Mrd. CHF erhöht. Dank der Ertragskraft des Konzerns konnten wiederum 75,4 Mio. CHF den Reserven für allgemeine Bankrisiken zugewiesen werden. Sie erhöhen sich damit auf 3,0 Mrd. CHF; die ausgewiesenen Eigenen Mittel (inkl. Konzerngewinn) auf 4,5 Mrd. CHF.
Die Gesamtkapitalquote liegt mit 18,5 % erneut deutlich über dem strategischen Ziel (>16 %) bzw. der regulatorischen Eigenmittelzielgrösse von 13,0 % (inkl. antizyklischer Kapitalpuffer).
Qualitative Entwicklung: Erfolgreiche Umsetzung der langfristigen Strategie
Der Konzern BKB blickt auf ein ereignis- und erfolgreiches Jubiläumsjahr 2024 zurück, das von bedeutenden Meilensteinen und strategischen Erfolgen geprägt war.
125-jähriges Bestehen unter dem Motto «Zeit, danke zu sagen»
Im Jahr 2024 feierte das Stammhaus BKB sein 125-jähriges Bestehen u.a. mit einem dreitägigen Sommerfest vom 30. August bis zum 1. September auf dem Barfüsserplatz. Ein vielseitiges Programm lockte rund 30 000 Besucherinnen und Besucher an. Neben Konzerten von Bligg und 77 Bombay Street traten zahlreiche regionale Künstlerinnen und Künstler auf. Der Freitag stand im Zeichen von Basler Acts, der Samstag bot ein abwechslungsreiches Programm mit Tanz, Zirkus und Konzerten, und der Sonntag wurde von Orchester, Bigband und Chor begleitet. Alle Konzerte waren kostenlos. Für die Verpflegung sorgten Basler Vereine, deren Erlös in Höhe von 125 000 CHF der Stiftung Pro UKBB zugutekam.
Als weitere Überraschung gab es 20 000 Kugeln gratis Gelati vom BKB Glace-Velo und vier Zolli-Morgen, bei denen 9000 Besucherinnen und Besucher die Tiere im Morgengrauen erleben konnten. Zudem fanden 32 Konzertnachmittage in Basler Altersheimen statt. Insgesamt haben 50 000 Menschen in einer Form von den verschiedenen Geburtstagsaktionen profitiert. So ist es der BKB gelungen, gemeinsam mit der Basler Bevölkerung im Jubiläumsjahr 2024 viele besondere Momente zu schaffen.

Attraktive Arbeitgeberin
Per 1. April 2024 hat der Konzern BKB ein neues Vergütungssystem eingeführt. Im Zuge dessen wurden die Ränge abgeschafft, die Vorsorge verbessert und die Anreizstruktur optimiert. Gleichzeitig sind seither Fachkarrieren möglich, wodurch sich für viele Fachspezialistinnen und -spezialisten interessante Entwicklungsmöglichkeiten ergeben. Das Thema der Lohngleichheit ist im Konzern bereits seit 2017 gelebte Realität und wird jeweils durch eine unabhängige Stelle geprüft. Auch 2024 wurde sie mit dem Zertifikat «Fair-ON Pay+» bestätigt.
Karrieremöglichkeiten, Arbeitsklima, Lohngerechtigkeit, Massnahmen zur Gesundheitsprävention, eine marktgerechte Vergütung und flexibles Arbeiten sind Faktoren, die sich positiv auf die Attraktivität der beiden Konzernbanken auf dem Arbeitsmarkt auswirken. Ein Faktor, der gerade in Zeiten des Fachkräftemangels von grosser strategischer Bedeutung ist. Dass die Arbeitszufriedenheit und Motivation bei der BKB auf hohem Niveau nochmals verbessert werden konnte, hat die Umfrage bestätigt, die unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der BKB im Herbst 2024 durchgeführt wurde. Die Motivation ist gegenüber 2022 um fünf Indexpunkte auf 78 Punkte gestiegen. Verbessert haben sich u.a. die Zufriedenheit in Bezug auf den Lohn, die Feedbackkultur und Entwicklungsperspektiven.

Engagement für eine nachhaltige Zukunft
Ein wichtiger strategischer Fokus wurde auch 2024 auf die Nachhaltigkeit gelegt. Dabei wurde vor allem der Ausbau der Nachhaltigkeit im Kerngeschäft vorangetrieben und das Angebot an nachhaltigen Produkten ausgebaut. Bis Ende 2024 waren bereits 2,1 Mrd. CHF in nachhaltige Anlagelösungen investiert, was einen Anteil von 61 % entspricht. Das Volumen des Max Havelaar zertifizierten Goldfonds ist um 50 % auf 150 Mio. CHF angestiegen. Ausserdem wurde ein Klimaplan verabschiedet, mit dem der Weg zu Netto-Null bis 2050 für den Betrieb und das Kerngeschäft konkretisiert wurde.
Die BKB engagiert sich auch für die ökologische, wirtschaftliche, gesellschaftliche und kulturelle Weiterentwicklung Basels. Deshalb setzen sich das Stammhaus BKB und die Bank Cler mit verschiedenen Initiativen für eine nachhaltige Zukunft und kulturelle Vielfalt ein. Gemeinsam mit BirdLife Schweiz und der Christoph Merian Stiftung wurden im Mai 2024 die ersten «Basler Biodiversitätstage» organisiert mit dem Ziel, in der Bevölkerung das Bewusstsein für die Bedeutung der Biodiversität schärfen.

Die BKB als nationale Sponsorin des ESC 2025 in Basel
Im Herbst gab die BKB bekannt, dass sie sich als nationale Sponsorin des Eurovision Song Contest (ESC) 2025 dafür einsetzen will, dass der internationale Musikwettbewerb ein Fest für die ganze Stadt werden wird. Der ESC soll zudem als Plattform für kulturelle Vielfalt und Gemeinschaftssinn dienen.
Die BKB ist davon überzeugt, dass der ESC eine einmalige Chance bietet, nachhaltige und positive Effekte für die Region zu schaffen. Denn die Stadt kann sich damit als weltoffene, sympathische und lebensfrohe Kulturmetropole ins Schaufenster stellen.

Externe Auszeichnungen
2024 wurden die beiden Konzernbanken wiederum von verschiedenen unabhängigen Stellen überprüft und mehrfach für ihre Beratungsqualität und finanzielle Stabilität ausgezeichnet.
«Top Bank» in zehn Kategorien
Das internationale Marktforschungsinstitut Statista hat erneut die Erhebung «Top Banken» durchgeführt. Von Ende Juli bis Anfang September 2024 hat es Schweizerinnen und Schweizer zu ihren Erfahrungen mit ihren Finanzdienstleistern befragt, um die besten Banken zu ermitteln. Das Resultat: Die BKB und die Bank Cler wurden in insgesamt zehn Kategorien ausgezeichnet.
BKB erhält Gütesiegel «AUSGEZEICHNET» im Private Banking
Im Jahr 2024 erhielt das Private Banking der Basler Kantonalbank (Stammhaus) erneut das Gütesiegel «AUSGEZEICHNET» von der BILANZ, welche die Private-Banking-Dienstleistungen von 100 Schweizer Banken durch Mystery Shopping geprüft hat. Mit dieser Auszeichnung gehört das Stammhaus BKB zu den besten Anlagebanken des Landes. Die Bewertung beruht auf Kriterien wie Beratungsqualität, Transparenz, Kosten und Risikoaufklärung. Die BKB überzeugte insbesondere durch ihre Werte Vertrauen, Sicherheit und Kundennähe, die im Private Banking konsequent umgesetzt werden.
BKB bestätigt ihre finanzielle Stabilität mit den Top-Ratings «AAA» und «AA+»
Bestätigt wurden auch die beiden Ratings «AAA» von Fitch bzw. «AA+» von S&P Global Ratings. Die beiden Top-Bewertungen unterstreichen die hohe finanzielle Stabilität des Stammhauses BKB und seine Position als eine der sichersten Schweizer Banken. Laut Fitch sind das auf Stärken ausgerichtete Geschäftsmodell, die hohe Kapitalisierung und die risikoorientierte Kreditvergabepolitik massgebliche Faktoren. Die Staatsgarantie des Kantons Basel-Stadt stärkt zusätzlich das Vertrauen in die BKB. Werte, die gerade im Hinblick auf die verschiedenen geopolitischen Entwicklungen von grosser Bedeutung sind - für die Kundschaft, die Mitarbeitenden und auch für die Eigner.
Personelle Veränderungen und Nachfolgeregelungen bei der BKB
Im Jahr 2024 gab es mehrere bedeutende personelle Veränderungen innerhalb des Konzerns. Mit diesen ist der Konzern BKB gut aufgestellt, um seine Zukunft nachhaltig zu gestalten und seine Position in der Region Basel weiter zu stärken.
Markus Hipp wird Mitglied der Geschäftsleitung
Per 1. März 2024 wurde Markus Hipp zum Mitglied der Geschäfts- und Konzernleitung der BKB ernannt und übernahm die Leitung des Bereichs «Vertrieb Privatkunden». Während der letzten 16 Jahre bei der BKB hat er seine Vertriebskompetenz, Führungsstärke und Umsetzungskraft eindrücklich bewiesen. Mit ihm möchte das Stammhaus seine Position im Retail- und Private Banking weiter ausbauen.
Wechsel an der Spitze
Eine weitere wichtige Veränderung betrifft die CEO-Nachfolge: Basil Heeb kündigte Ende September 2024 an, dass er nach sechs Jahren seine Rolle als CEO der BKB zum 1. März 2025 abgeben möchte. Mit Regula Berger, bisher stellvertretende CEO und Leiterin des Bereichs «Vertrieb kommerzielle Kunden», hat der Bankrat eine optimale, interne Nachfolgelösung gefunden. Regula Berger, die seit 2018 in der Geschäftsleitung der BKB tätig ist, führt die Bank in eine neue strategische Phase.
Veränderungen im Bankrat
Zudem wurden 2024 zwei Rücktritte im Bankrat per 1. April 2025 angekündigt. Karoline Sutter und Urs Berger treten nach drei Amtsperioden von ihren Ämtern zurück. Ihre Nachfolge wurde bereits geregelt: Sonja Stirnimann und Prof. Dr. Felix Uhlmann wurden ab 1. April 2025 in den Bankrat gewählt.

Fortschritte in den strategischen Themenfeldern
Mit dem Go-Live des digitalen Onboarding-Prozesses für Privatkunden und Vorbereitung der umfassenden agilen Transformation wurden 2024 zwei strategische Grossprojekte erfolgreich umgesetzt. Im Jahr 2024 haben zudem erste Vorarbeiten für die kommende Strategieperiode 2026+ begonnen. Sie werden 2025 fortgeführt und intensiviert.
Nachfolgend werden die Fortschritte in Bezug auf die verschiedenen strategischen Themenfelder im Berichtsjahr 2024 aufgezeigt.
#1: Kundschaft und Nachhaltigkeit im Zentrum
#2: Einfache Produkte, Prozesse und durchgehendes Kundenerlebnis
#3: Lernen als Organisation und wachsen durch Partnerschaften
Risikobericht
Grundsätze
Das Eingehen von Risiken gehört zur Geschäftstätigkeit einer Bank. Aufgrund des auf Stabilität und Sicherheit ausgerichteten Geschäftsmodells ist das aktive Management dieser Risiken für den Konzern BKB und die beiden Konzernbanken von zentraler Bedeutung. Der Bankrat des Stammhauses wie auch der Verwaltungsrat der Bank Cler haben deshalb auf Antrag des Risikoausschusses* betreffend gruppenweites Risikomanagement das «Reglement zum Risikomanagement (Konzern und Konzernfinanzgesellschaften)» erlassen. Es umfasst insbesondere die Risikoorganisation sowie die Methoden und Prozesse, die der Festlegung von Risikosteuerungsmassnahmen und der Identifikation, Messung, Bewirtschaftung, Überwachung und Berichterstattung von Risiken dienen.
Aufgrund des auf Stabilität und Sicherheit ausgerichteten Geschäftsmodells ist das aktive Management von Risiken für den Konzern BKB und die beiden Konzernbanken von zentraler Bedeutung.
In der Risikotoleranz werden die quantitativen und qualitativen Überlegungen hinsichtlich der wesentlichen Risiken festgehalten, die der Konzern oder eine Konzernbank zur Erreichung der strategischen Geschäftsziele sowie in Anbetracht der Kapital- und Liquiditätsplanung einzugehen bereit ist. Die allgemeine Risikotoleranz kann spezifiziert werden nach:
- Risikokategorien: Gruppen-, Markt-, Kredit- und Liquiditätsrisiken sowie operationelle Risiken;
- Risikotypen: Verluste gemäss Erfolgsrechnung, Expected Loss, Value at Risk, Expected Shortfall, Stresstestergebnisse, Nominalwerte und Key-Risk-Indikatoren;
- Risikoebenen: spezifische Teilportfolios (z. B. für unterschiedliche Arten von Gegenparteien), Exception-to-Policy-Geschäfte.
Der Bankrat des Stammhauses und der Verwaltungsrat der Bank Cler legen die Risikotoleranz in der jeweiligen Risikotoleranz-Vorgabe für den Konzern und das Stammhaus bzw. für die Bank Cler für ein Geschäftsjahr im Voraus fest. Damit definieren sie die Grenzen, innerhalb derer Risiken eingegangen werden dürfen, um die Funktions- und Überlebensfähigkeit sicherzustellen. Zudem werden mit der Risikotoleranz-Vorgabe die Bezugsgrössen für die Risikoberichtserstattung vorgegeben.
* In der Bank Cler werden ab dem Jahr 2025 der Prüfungs- und der Risikoausschuss zu einem Prüfungs- und Risikoausschuss (PARA Bank Cler) zusammengelegt. Wenn deshalb im Folgenden der Prüfungs- oder der Risikoausschuss der Bank Cler genannt bzw. keine abweichende Formulierung verwendet wird, ist immer der PARA Bank Cler gemeint.
Risikomanagement im Konzern BKB
Oberleitungsorgane: Bankrat der BKB und Verwaltungsrat der Bank Cler
Als oberstes Aufsichtsorgan des Konzerns ist der Bankrat des Stammhauses in regulatorischer Hinsicht dafür zuständig, dass die mit der Geschäftstätigkeit verbundenen Risiken angemessen erfasst, begrenzt und überwacht werden und dass die Liquiditäts-, Eigenmittel- und Risikoverteilungsvorschriften eingehalten sind. Der Bankrat definiert die Risikostrategie, überwacht das Risikomanagement und erlässt auf Antrag des Konzern-Risikoausschusses die strategischen und organisatorischen Grundlagen für den Konzern. Dazu gehören insbesondere das Reglement zum Risikomanagement, die Risikotoleranz-Vorgabe für den Konzern, das Reglement Compliance-Funktion und alle weiteren, gemäss einschlägigen Regularien durch den Bankrat zu erlassenden bzw. zu genehmigenden Grundlagendokumente. In den beiden Konzernbanken sind der Bankrat der BKB und der Verwaltungsrat der Bank Cler als oberste Aufsichtsorgane dafür zuständig, dass nach Massgabe der konzernweiten Grundsätze die Risiken angemessen erfasst, begrenzt und überwacht sind bzw. die Liquiditäts-, Eigenmittel- und Risikoverteilungsvorschriften eingehalten werden. Die beiden Oberleitungsgremien erlassen dazu jeweils eine eigene, vom Konzern-Risikoausschuss vorgeschlagene Risikotoleranz-Vorgabe. Damit geben sie den beiden Geschäftsleitungen die Ziele und Grenzen bei der Risikonahme und der Risikobewirtschaftung vor. Das zuständige Oberleitungsorgan wird quartalsweise über die wichtigsten Entwicklungen der finanziellen Risiken im Konzern und in der jeweiligen Bank orientiert. Es beurteilt jährlich in einer Gesamtsicht die Risiken der Bank.
Risikoausschüsse
Der Risikoausschuss des Stammhauses nimmt gleichzeitig die Aufgaben als Konzern-Risikoausschuss wahr. Die Bank Cler unterhält einen hiervon separaten Risikoausschuss. Die Risikoausschüsse nehmen quartalsweise vertiefte Reportings zum Kreditportfolio, zum Bankenportfolio, zur Marktrisiko-, Liquiditäts- und Eigenmittelsituation, zum operationellen Risiko sowie situativ Berichte über spezielle Vorkommnisse mit Auswirkungen auf die Risikolage der jeweiligen Bank entgegen. Sie berichten dem zuständigen Oberleitungsorgan regelmässig über ihre Erkenntnisse und informieren insbesondere den jeweiligen Prüfungsausschuss bei einer wesentlichen Änderung des Risikoprofils. Dadurch unterstützen sie das jeweilige Oberleitungsorgan in der Wahrnehmung seiner Pflicht zur Oberaufsicht über die Geschäftstätigkeit der jeweiligen Konzernbank und des Konzerns.
Für weitergehende Informationen zum Risikomanagement im Konzern BKB wird auf den Berichtsteil Erläuterungen zum Risikomanagement verwiesen.
Risikobeurteilung – Top Risiken
Die Risikosituation für den Konzern und die beiden Konzernbanken ist 2024 im Vergleich zum Vorjahr insgesamt stabil geblieben.
Die makroökonomischen Entwicklungen werden auf globaler Ebene genau beobachtet. Die Konflikte in der Ukraine und das Aufflammen des Konfliktes in Nahost als auch die eventuelle Zuspitzung von weltweiten Handelskonflikten gefährden den globalen Wirtschaftsraum und erhöhen die Unsicherheit. Die beiden Konzernbanken sind durch ihr auf Stabilität ausgerichtetes Geschäftsmodell und den Fokus auf den Schweizer bzw. Basler Wirtschaftsraum in erster Linie nur indirekt betroffen.
Die Inflation und die zukünftigen Zinserwartungen, die sich aus der Politik der Zentralbanken ergeben, stellen ein zentrales Risiko dar. Die Verknappung der Liquidität durch die restriktivere Geldpolitik der Zentralbanken werden mittelfristig als wichtige Herausforderung für alle Finanzdienstleister gesehen. Diese damit verbundenen Risiken werden durch Zinsrisiko- und Liquiditätsmanagementvorgaben adressiert.
Die Risikosituation für den Konzern und die beiden Konzernbanken ist 2024 im Vergleich zum Vorjahr insgesamt stabil geblieben.
Cyber- und Informationssicherheitsrisiken sind eine permanente hohe Bedrohung. Die Angriffe privater oder halbstaatlicher Akteure werden immer sophistizierter und nutzen auch vermehrt künstliche Intelligenz, was zu Unterbrüchen des Geschäfts oder dem Verlust von Daten führen könnte.
Der Umgang mit neuen Technologien, wie z.B. künstlicher Intelligenz bzw. maschinellem Lernen, stellt den Konzern einerseits vor neue Herausforderungen. Gleichzeitig bergen die damit verbundenen Möglichkeiten auch Chancen. Die Entwicklungen werden aktiv verfolgt und der Konzern erarbeitet Leitlinien zum Umgang mit künstlicher Intelligenz.
Auf dem Schweizer Arbeitsmarkt herrscht weiterhin eine Knappheit an Fachkräften. Allerdings konnten beide Konzernbanken offene Stellen zeitnah und mit hochqualifizierten Mitarbeitenden besetzen. Der Konzern BKB bietet mit Homeoffice, Job- bzw. Top-Sharing und der Möglichkeit für Fachkarrieren moderne Arbeitsbedingungen, die bei den Mitarbeitenden an Relevanz gewonnen haben und ein wichtiges Kriterium für die Arbeitgeberattraktivität sind.
Der Konzern ist steigenden und sich ändernden regulatorischen und gesetzlichen Vorgaben ausgesetzt. Diese werden im Management des Projektportfolios zentral erfasst, damit regulatorische oder gesetzliche Vorschriften zeitnah umgesetzt werden.
Die Risiken, die sich aus dem Klimawandel ergeben und das Management von Risiken aus nicht-finanziellen Belangen werden im Konzern als Risikothema mit hoher Dringlichkeit behandelt.
Quantitative Informationen zum Risikoprofil und zum Kreditrisiko
In den folgenden Abschnitten werden Informationen zum Risikoprofil des Konzerns und zum Kreditrisiko dargestellt. Das Kreditrisiko wird im Konzern mit einem internen Modell gesteuert und überwacht. Für weiterführende Informationen zur Risikoexposition in den übrigen Risikokategorien, insbesondere beim Marktrisiko, wird auf das Kapitel Offenlegung verwiesen.
Risikoprofil nach wesentlichen Risikoarten im Verlauf des Jahres 2024
(in Mio. CHF)
Kreditrisiko
Der Konzern BKB beurteilt das Kreditrisiko auf der Basis der Kundenbonität unter Berücksichtigung allfälliger Sicherheiten. Die Bonität der kommerziellen Kunden wird durch das Ratingsystem CreditMaster der Firma RSN Risk Solution Network AG ermittelt und mit einer Einschätzung von Markt und Management ergänzt. Sofern öffentliche Ratings von S&P Global Ratings, Moody’s oder Fitch vorhanden sind, werden grundsätzlich diese verwendet. Es bestehen drei kundenfokussierte Ratingtools für Unternehmenskunden, für Gewerbekunden und für Immobiliengesellschaften. Auf der Grundlage eines Datenpools, der zurzeit die Kreditdaten von 16 Banken enthält, bestehen laufende Validierungs- und Verbesserungsprozesse. Eine grosse Herausforderung stellen insbesondere die Homogenität und die Qualität der Daten im Pool dar. Sie wird durch Richtlinien gesichert, welche gemeinsam von allen 16 Banken erarbeitetet wurden. Die Kreditengagements gegenüber Firmenkunden umfassen alle Positionen, die nicht aus Handelsgeschäften (Derivate, LgZ-Geschäfte) und Wertschriften stammen. Zudem sind alle Kundinnen und Kunden, die Banken oder private Haushalte sind, in dieser Übersicht ausgeschlossen.
Das Portfolio umfasst 18,9 Mrd. CHF, mit einem Blankoanteil von 16 %. Die Ratingklassen des Konzerns lassen sich den Ratings von Moody’s und S&P Global Ratings zuordnen.
Ratingklassen
Ratingklasse Konzern BKB | Ratingklasse Moody’s | Ratingklasse S&P Global Ratings |
R01 | Aaa bis Aa3 | AAA bis AA– |
R02 | A1 | A+ |
R03 | A2 bis A3 | A bis A– |
R04 | Baa1 bis Baa3 | BBB+ bis BBB– |
R05 | Ba1 bis Ba3 | BB+ bis BB– |
R06 | B1 | B+ |
R07 | B2 | B |
R08 | B3 | B– |
R09 | Caa1 bis Caa3 | CCC+ bis CCC– |
R10 | Ca bis C | CC bis C |
R11 | D | D |
R12 | D | D |
Die nachfolgenden Grafiken stellen das Firmenkunden-Portfolio des Konzerns dar. Die bestehenden Wertberichtigungen sind nicht eliminiert. In den Ratingklassen R11 und R12 sind mindestens die Blankoanteile wertberichtigt.
Kreditengagements Firmenkunden nach Ratingklasse
Für Blanko-Kreditengagements wird einerseits eine gute Bonität angestrebt und andererseits eine Diversifikation über die verschiedenen Branchen hinweg. Dazu kommt die Vereinbarung robuster Kreditstrukturen, die den Ansprüchen der beiden Konzernbanken eine angemessene Priorität sichern.
Kreditengagements Firmenkunden nach Branche
Im Interbankengeschäft verwendet der Konzern BKB die Ratings von S&P Global Ratings, Moody’s und Fitch sowie der Zürcher Kantonalbank. Zusätzlich wird die Entwicklung der Creditspreads aktiv verfolgt.
Engagements gegenüber Privatpersonen werden fast ausschliesslich gegen Deckung (meistens Hypotheken) eingegangen. Das Rating dieser Kundinnen und Kunden erfolgt weitgehend auf der Basis von internen Experten- und Scoringmodellen, insbesondere auf Belehnungs- und Tragbarkeitsberechnungen. Bei den Belehnungssätzen der Sicherheiten gelten die banküblichen Standards. Jeder Belehnung im Grundpfandkreditgeschäft liegt eine aktuelle Bewertung zugrunde. Bewertungen erfolgen immer in Abhängigkeit von der jeweiligen Objektnutzung. Bei schlechter Bonität wird auf den Liquidationswert der Sicherheiten abgestellt. Die maximal mögliche Finanzierung wird durch die bankintern gültigen Belehnungssätze sowie durch die Tragbarkeit bestimmt. Je nach Risiko werden Amortisationen festgelegt.
Ausblick 2025
Wie bereits im September 2024 kommuniziert, ist Basil Heeb per Ende Februar 2025 auf eigenen Wunsch als CEO der BKB und Vorsitzender der Konzernleitung zurückgetreten. Seine bisherige Stellvertreterin, Regula Berger, leitet seit dem 1. März 2025 das Stammhaus und den Konzern. Damit wurde eine für den Konzern ideale Nachfolgelösung gefunden.

Regula Berger blickt optimistisch in die Zukunft:
«Der Konzern BKB steht auf einem soliden Fundament. Unser Geschäftsmodell ist auf Stabilität, Kundenorientierung und Effizienz ausgerichtet und beweist eine hohe Ertragskraft. Gleichzeitig werden wir mit der Ausarbeitung der Strategie 2026+ gezielt neue Akzente setzen, um insbesondere unseren Kundenfokus zu stärken. Im Jahr 2025 werden die Finanzmärkte und die Wirtschaft mit geopolitischen Spannungen, steigenden Staatsverschuldungen und konjunkturellen Unsicherheiten konfrontiert sein. Trotz dieser Herausforderungen bin ich überzeugt, dass der Konzern BKB an das erfreuliche Ergebnis von 2024 anknüpfen kann. Ich danke Basil Heeb ganz herzlich, dass er in den letzten sechs Jahren für den Konzern eine so gute und stabile Erfolgsbasis geschaffen hat, auf der wir nun weiter aufbauen können.»